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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 313 -
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Seite - 313 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 313 „Bisher habe ich mich immer genau nach dem benommen, was mir gleich nach dem Regierungsantritte Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand aufge- tragen wurde, nämlich in beiden Allerhöchsten Bibliotheken (wovon die Eine gegenwärtig in Prag ist) so vorzugehen und fortzufahren, wie es unter wailand Kaiser Franz eingehalten worden ist. Weil nun bereits seit dem Jahr 1812 die ausdrückliche Anordnung bestand, die Dotation monatlich zu erheben, so mußte natürlich mein Vorfahre sowohl als ich dieser Allerhöchsten Weisung entsprechend nachkommen. Die durch das Jahr 1848 herbeigeführten Wirren versetzten die Bibliothek in eine Art verwaisten Zustand und als später die k. k. Staatskanzlei Einfluß zu nehmen schien, in eine förmliche Ungewißheit. Während dieser unheilvollen politischen Lage in den meisten Ländern, war die edlere geistige Productionskraft gelähmt, die Fortsetzungen mancher kost- barer Werke geriethen für die abnehmenden Bibliotheken ins Stocken, und sind es zum Theile noch; es war bei so bewandten Umständen daher nicht schwer eine Ersparniß von 5.854 fl. 37 kr. zusammen zu bringen.“1007 Alles in allem macht es aufgrund Khloybers Schilderungen also den An- schein, als ob die gewiss unangenehme Überprüfung durch die Beamten der Hofbibliothek ohne nennenswerte Vorkommnisse in gesitteter Form über die Bühne gegangen wäre, wiewohl der Bibliotheksvorsteher seine Bedenken nicht verhehlt, dass seine Reputation durch diesen Kontrollbesuch nachhal- tig beschädigt worden sein könnte. Lassen wir nun die Gegenseite zu Wort kommen. Obersthofmeister Karl Fürst zu Liechtenstein beauftragt die k. k. Hofbibliothek am 15. März 1853 einen fachkundigen Beamten „unverzüglich“ in die Fideikommissbibliothek zu entsenden, da Graf Bombelles es auffallend finde, „daß plötzlich ein so bedeutendes Erforderniß eintrete“ und der Einband so vieler Bücher zu er- neuern wäre. Es sei zu erheben, „ob der Werth der gedachten Werke eine so namhafte Auslage rechtfertigen lasse“.1008 Der Skriptor der Hofbibliothek, Ernst Birk, schreibt in seinem Bericht: „Es ist allerdings nicht in Abrede zu stellen, daß eine bedeutende Zahl von Einbänden meist auf dem Rücken und in den Fälzen mehr oder minder durch Wurmfraß beschädigt in der a.h. Fideikommißbibliothek sich vorfindet, deren Umbindung oder theilweise Restaurirung unvermeidlich seyn dürfte. Diese Beschädigungen fanden jedoch nicht erst in neuerer Zeit statt. Sie rühren aus einer früheren Epoche her und beschränken sich fast ausschließlich auf Ein- bände aus dem letztverfloßenen Jahrhundert, die in jeder andern öffentlichen 1007 FKBA26023, fol. 1v–2r. 1008 Wien, ÖNB, Hausarchiv, Protokollzahl 74/1853, Schreiben vom 15.03.1853. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918