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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 316 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN316 der Commission irregeführt und mußten zu der Ansicht gelangen, dass seine Forderungen bezüglich der Verwendung jenes Cassarestes übertrieben seien. Dass sie aber von dem in der Bibliothek bestehenden Vorrathe ungebundener und incompletter Bücher keine Kenntnis hatten, erhellt [sich] unzweifelhaft aus dem Umstande, dass in der schließlichen Erledigung über die Angelegenheit darüber keine Verfügung getroffen wurde, was doch im Interesse der Sammlung hätte geschehen, und von fachmännischer Seite beantragt werden müßen, zu- mal wo das Geld dafür schon angewiesen und bei der Cassa in Ausgabe gestellt war. Es bezeichnet einen seltsamen Conflict persönlicher Gereiztheit mit den Pflichten seiner Stellung, dass Hr. v. Khloyber es in diesem Falle nicht über sich brachte, die thatsächlichen Bedürfnisse der ihm anvertrauten Bibliothek in ei- ner allerunterthänigsten Vorstellung zu wahren, und mit aller Kraft dafür ein- zustehen, dass die nöthigen Geldmittel zum Einband und zur Complettierung jener rückständigen Werke geboten werden. Anstatt dessen verhielt er sich in Bezug auf diese Angelegenheit vollkommen passiv und ließ die Rückstände an ungebundenen und incompletten Werken nach wie vor anwachsen. Ob damit den Pflichten seiner Stellung als Vorstand der Bibliothek entsprochen und sei- nem Nachfolger eine wünschenswerte Verlassenschaft überantwortet wurde, überlasse ich der allergnädigsten geneigten Erwägung.“1010 Da Becker 1853 ja noch nicht an der Bibliothek tätig gewesen war, ist wohl anzunehmen, dass er die Details zu dieser Visitation von den älteren Biblio- theksmitarbeitern erzählt bekommen hat. Auch der Privatsekretär Kaiser Ferdinands, Intendant Franz Geringer, äußert sich in einem seiner inoffiziellen Briefe an Kabinettsdirektor Adolf Braun 1869 in Zuge der Nachfolgeregelung nach Khloybers Tod en passant über diese Angelegenheit: „Es würde zu weit führen, sonst würde ich Euer Excellenz erzählen, wie v. Khloyber durch einige Jahre stets unnöthig Geld behob, nach und nach den baren Betrag von mehr als 5000 fl. C.M. aufhäufte, den er in einer Lade seines Bureau Tisches Jahre lang aufbewahrte, bis ich endlich dahinter kam und er nach einer langwierigen, verbitterten Verhandlung genöthiget wurde, diesen angeblichen Reservefond an die Privatkasse zurückzustellen.“1011 Am 3. April 1853 wird Khloybers Rechenschaftsbericht für das Jahr 1852 angenommen. Infolge von Mehrausgaben in diesem Jahr ist das Kassagut- 1010 FKBA26135, pag. 9–10. 1011 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 5, 4–1869, Schreiben vom 10.06.1869. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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