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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 340 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN340 „Es ist zu Meiner Kenntnis gekommen, dass der Vorstand der Fideikommiß Bibliothek, Regierungsrath von Kloyber im Alter so sehr vorgerückt ist, daß es an der Zeit wäre, demselben seine Aufgabe zu erleichtern, und zugleich für die Heranbildung eines neuen Leiters dieser wissenschaftlichen Sammlung zu sorgen, was am besten durch die Anstellung eines Vorstands Adjunkten, der im Falle als er entspricht, seiner Zeit die Stelle des Vorstandes einnehmen würde, geschehen könnte.“1094 Ihm (Ferdinand) sei für diesen Posten Josef Waelty1095, ein promovierter Jurist und Erzieher der Söhne des Oberstkämmerers Franz Graf Folliot de Crenneville, vorgeschlagen worden, weshalb er Graf Kuefstein bittet, über den Genannten Erkundigungen einzuziehen und einen Gehaltsvorschlag zu machen. Zu allererst sei jedoch die Zustimmung seines Neffen Franz Jo- seph und Erzherzog Franz Karls „sowohl zu dieser Maßregel, als auch zu der Wahl der Person einzuholen, indem es Mein Wunsch ist, eine so wichtige Veränderung bei der Fideikommiß Bibliothek nur mit dieser Beistimmung vorzunehmen“. Der Einfluss Franz Josephs bei der Auswahl Waeltys ist of- fensichtlich, kam er doch aus dem Umfeld eines seiner obersten und wich- tigsten Beamten und engsten Berater. Kuefstein äußert sich wenig später natürlich positiv zur gestellten Anfrage, Waelty habe in seiner neunjährigen Dienstzeit im Hause Folliot de Crenneville einen entsprechend günstigen Eindruck hinterlassen. Sein Gehaltsvorschlag liegt bei 1.260 fl. samt 120 fl. Quartiergeld, womit das Grundgehalt über jenen der Skriptoren liege, wäh- rend der Gesamtverdienst der letzteren durch deren Personalzulage von 210 fl. letzten Endes höher sei. Kaiser Franz Joseph habe seine Zustimmung mündlich und Erzherzog Franz Karl schriftlich erteilt.1096 Letzterer merkt in seiner Stellungnahme an: „Besitzt Dr. Waelti jene vorzüglichen Eigen- schaften, und wissentliche Bildung, welche ihm Graf Crenneville bezeugt, so dürfte wohl die sonst zweckdienliche Ausschreibung des zu kreirenden Postens und die dadurch ermöglichte Auswahl unter mehreren Kompeten- ten gänzlich überflüssig sein“.1097 Daraufhin führt Ferdinand am 23. Jänner 1867 „für vorübergehende Zeit“ den entsprechenden Posten ein und vergibt diesen an Waelty mit dem vorgeschlagenen Gehalt, jedoch höherem Quar- tiergeld (315 fl.), so wie es auch die Skriptoren seit 1. April 1863 bezogen. 1094 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 6, 9–1871. 1095 Waelty wird den Taufmatriken der Stadtpfarre Feldkirch zufolge am 10.11.1813 als Sohn des Maurermeisters Josef Waelty geboren. Feldkirch, Stadtpfarrkirche, Taufbuch 1784– 1863, pag. 308f. 1096 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 6, 9–1871, Schreiben vom 17.01.1867. 1097 Ebenda, Schreiben vom 16.01.1867. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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