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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 373 -
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Seite - 373 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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RESÜMEE 373 heute noch besteht. Zunächst vergrößert sich die Privatbibliothek Franz Josephs aufgrund des Ablebens Kaiser Ferdinands I. in Prag am 29. Juni 1875. Dieser hatte die Ferdinandea testamentarisch nämlich nicht der Fidei- kommissbibliothek einverleiben lassen, sondern Franz Joseph persönlich vermacht. Die Gründe für diesen Schritt liegen im Dunkeln. Möglicherweise wollte sich Ferdinand mit dem weiteren Schicksal einzelner Teile seines Gesamtbesitzes nicht auseinandersetzen und überließ es Franz Joseph als seinem Universalerben, die notwendigen weiteren Verfügungen zu treffen. Dass die künftige Zusammenführung aller Bibliotheks- und Kunstbestände zu einer großen Familienbibliothek zu diesem Zeitpunkt aber schon be- schlossene Sache gewesen sein dürfte, würde der Umstand untermauern, dass die Objekte aus Prag physisch nicht mit der Privatbibliothek Franz Jo- sephs, die immer noch in Dachbodenräumlichkeiten aufgestellt war, vereint, sondern durch die Schaffung von Stellflächen oberhalb von Fenstern und in Türlaibungen sofort in der Fideikommissbibliothek untergebracht wur- den. Auf Kaiser Ferdinand folgte als Nutznießer der Fideikommissbibliothek zunächst noch dessen Bruder, der 1848 bei der Thronfolge übersprungene Erzherzog Franz Karl, der Vater Franz Josephs, nach. Erst als dieser im März 1878 verstirbt und Franz Joseph ihm nachfolgt, sind die Funktionen des amtierenden Kaisers und des Fideikommissherren wieder in einer Per- son vereint. Beide Ereignisse, 1875 und 1878, bedeuten einen immensen bibliothekarischen Aufwand. Dubletten müssen erfasst und ausgesondert werden, Werke neu katalogisiert und Signaturen aufgrund der geänderten Aufstellung angepasst werden. Während Franz Joseph den Mitarbeitern der Fideikommissbibliothek seine Anerkennung für die geleistete Arbeit ausdrü- cken lässt, wird Becker im März 1877 mit dem Komturkreuz des Franz-Jo- seph-Ordens belohnt. Ob die Schaffung einer Familienbibliothek für das Herrscherhaus aus- schließlich auf die spezifische Situation am Wiener Hof und die Entwicklun- gen in diesem Zeitraum zurückzuführen sind, oder ob es dafür konkrete Vor- bilder gab, dies führt unweigerlich zur Frage nach ähnlichen Entwicklungen an anderen europäischen oder außereuropäischen Herrscherhöfen. Und hier sticht ein Vergleichsbeispiel ins Auge, es ist im Übrigen eines der wenigen bekannten seiner Art. Schon Anfang der 1860er Jahre war es am preußi- schen Königshof in Berlin zu einer ähnlichen Entwicklung gekommen. Der dortige Bibliothekar Charles Duvinage hatte mehrfach angeregt, die Privat- bibliotheken einiger Hohenzollern, die teilweise auf verschiedene Nebenre- sidenzen verteilt waren, zu einer zentralen Bibliothek – der späteren König- lichen Hausbibliothek – zusammenzuführen.1194 Ob es sich gewissermaßen 1194 Vgl. dazu Huber-Frischeis/Knieling/Valenta, Privatbibliothek, 516f. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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