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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 416 -
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Seite - 416 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN416 hindernd in den Weg, von der [pag. 38] dieser höchst ehrenhafte Mann in der spätern [sic] Zeit seines Wirkens, namentlich seit dem Hinscheiden seines kaiserlichen Gönners befangen schien. Zum Beleg dafür folgende Thatsache: Als ich die Bibliothek übernahm (im October 1869), wurde mir von den Be- amten angedeutet, dass in jenen Räumen, welche der Bibliothek auf dem sogenannten Brettergang der Burg als Magazin zugewiesen sind, ein große Zahl von Portefeuillen [sic] liege, die ausschließlich Porträte enthalten, so wie sie von den Reisenden, die Kaiser Franz zur Sammlung ausgeschickt, abgeliefert wurden. Diese Portefeuilles seien bisher weder durchgesehen noch in die Kataloge aufgenommen worden. Herr Regierungsrath Khloyber habe sie nach dem Tode Seiner Majestät des Kaisers Franz in der Bibliothek uneröffnet liegen und endlich in das Magazin übertragen lassen, wiewol [sic] ihm von den Beamten widerholt [sic] und dringend vorgestellt worden sei, dass man sie dort früher sichten und in das bestehende Verzeichnis eintra- gen solle, um bei nachfolgenden Ankäufen vor etwaigen Doubletten sicher zu sein. Während nun die bezeichneten Portefeuilles unberührt im Magazin lagen, wurden vom Vorstande fortwährend Porträte gekauft, und zwar nicht bloß neue, die zur Complettierung der Sammlung angezeigt waren, sondern auch ältere, bei denen es geradezu nothwendig gewesen wäre, früher in den Magazinsvorräthen nachzusehen, ob man nicht mitunter etwas kaufe, was man schon [pag. 39] besitzt. Auch das geschah nicht, und so wurde ein gro- ßer Theil der durch kaiserliche Munificenz zustandegebrachten Sammlung vom Jahr 1835 an bis auf den heutigen Tag so behandelt, als ob sie gar nicht da wäre. Nachdem ich mich von dem Stand der Sache durch eigene Anschauung überzeugt hatte, erhielten die beiden Scriptoren Thaa und Winkler sofort den Auftrag, die Durchsicht und Eintheilung jener zurückgelegten Porte- feuilles in Angriff zunehmen [sic], während ich vor der Hand [sic] den An- kauf von Porträten aus älterer Zeit sistierte. Die Arbeit ist in vollem Zuge, kann aber mit dem besten Willen nur langsam fortschreiten, da fast bei je- dem einzelnen Portraite constatiert werden muß, ob es in dieser Form nicht in der Sammlung schon vorhanden und folglich als Doublette zu behandeln sei. Von den im Magazin vorgefundenen 86 Portefeuilles, deren jedes, ge- ring gerechnet 500 Porträte enthalten dürfte, wurden bisher erst zwei auf diese Art durchgenommen, und unter der Gesamtzahl von Porträten, die sie enthalten, 460 als neu d. I. noch nicht vorhanden, 1675 als alt, d. I. schon vorhanden und zwar meist in schöneren Exemplaren vorhanden erkannt. Es ist somit mehr als wahrscheinlich, dass mehrere tausend Gulden, die man während dieser Zeit auf Porträte ausgab, erspart worden wären, wenn der Bibliotheksvorstand die Durchsicht der Portefeuilles zur rechten Zeit gestat- tet hätte. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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