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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 474 -
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Seite - 474 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM474 nahme der Allerhöchsten Privatsammlung nicht bloss deren unmittelbarer Leiter Kenntnis haben müsse, sondern dass […] auch die Erlaubnis Eurer Exzellenz [i. e. Chertek] unerläßlich sei“. Welche Wirkung diese Äußerung auf Karpf hatte, wissen wir; und selbst Ritter muss sich dessen bewusst gewesen sein, da er hinzufügt: „Herr Dr. Karpf scheint in seiner hingebenden, viel- leicht nur etwas zu ängstlichen Sorge für das ihm anvertraute Amt meiner […] ganz privaten Äusserung eine weit größere Bedeutung beigelegt zu ha- ben als meines Erachtens die ganze Angelegenheit verdient“.150 Mit dem Bekanntwerden der Anzeige kam aber ein neuer Aspekt ins Spiel, indem sie Schnürer als den eigentlichen Schuldigen an der ganzen Affäre denunzieren musste. Im entsprechenden Akt der Generaldirektion heißt es: Dass „ein subalterner Beamter des Institutes ohne die erforderli- che vorherige Genehmigg. seines Vorstandes, eventuell von höherer Stelle eigenmächtig für eine lucrative Privatarbeit […] sich eine solche Reproduc- tion herausnimmt, ist sträflich u. jedenfalls ein Disciplinarfall“. Vize-Gene- raldirektor Franz von Hawerda-Wehrlandt wollte nun von Karpf wissen, „ob diese Autorschaft thatsächlich bestehe, eventuell ob die Reproduction mit Ihrem Vorwissen, wenn schon ohne Ihre Genehmigg. beabsichtigt u. etwa bereits geschehen sei, endlich wie Scriptor Schnürer sein eigenmächtiges Vorgehen erkläre.“151 Am 19. April 1906 erstattete Karpf seinen diesbezüg- lichen Bericht, worin er die Aussagen Schnürers referiert: Tatsächlich wäre der Wiener Kunstverleger Gerlach im Frühling 1903 – also kurz vor der Übersiedlung der Bibliothek in die Neue Hofburg (vgl. Abschnitt1.5.1) – an ihn (Schnürer) mit der Frage herangetreten, „ob die Porträtsammlung der Bibliothek auch Porträte von historischen Frauen besitze, da ein Leipziger Verleger eine Sammlung derartiger Porträte herauszugeben beabsichtige.“ Zusammen mit Johann Jureczek, der die Porträtsammlung betreute, er- stellte Schnürer daraufhin eine Auswahl von fünfzig Blättern. Im Auftrag des nach Wien gereisten Verlegers Adolf Schumann verfasste Schnürer außerdem Bildunterschriften mit den Lebensdaten der Dargestellten. Im Herbst 1903 erschien das Werk schließlich. Ob die Bewilligung von Biblio- theksleiter Karpf davor eingeholt worden war, blieb zunächst unklar; denn da die Porträtsammlung Jureczeks Ressort war, betrachtete Schnürer dies als dessen Aufgabe, wusste aber drei Jahre danach nicht mehr, ob dieser ihr nachkam.152 Doch Jureczek befand sich seit Anfang Februar aufgrund 150 Ebenda: Schreiben von Franz Ritter an Generaldirektor Chertek v. 11.04.1906. 151 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 1476 ex. 1906. 152 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 1476 ex. 1906: Bericht Karpfs an die Generaldirektion v. 19.04.1906. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918