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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 476 -
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Seite - 476 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM476 halt am ehesten zu durchblicken wäre.“157 Doch Chertek entschied, dass die schriftliche Äußerung Jureczeks ausreichend wäre. Ihr Inhalt wurde Karpf vom Generaldirektor nahezu wortgleich in einem eigenhändig verfassten Zu- satz zu dem von Hawerda entworfenen Erlass mitgeteilt, in der auch Schnü- rers Angabe zum Ankauf des Werkes als Beleg für ihre Richtigkeit ange- führt wurde, ohne dessen Namen zu nennen („von anderer Seite behauptete Thatsache“). Im Anschluss daran wollte Chertek von Karpf wissen, warum er nicht bereits damals, nach dem Ankauf, seine Anzeige erstattet hätte.158 Diese Vorgehensweise des Generaldirektors, wie sie im Akt in der Konzept- phase zutage tritt, zeigt, dass er nicht unparteiisch agierte. Die Rechtfertigung Karpfs datiert vom 4. Mai. Er nimmt darin zunächst zum Vorwurf Stellung, er habe das Werk „Berühmte Frauenschönheiten“ selbst angekauft. Tatsächlich findet sich der Titel auf der von Gerold & Co für das Jahr 1903 ausgestellten Sammelrechnung, die über hundert Posten enthält, eingetragen unter dem 22. 7. 1903. Der Rechnungsbeleg wurde aller- dings nicht von Karpf geprüft und unterzeichnet, sondern von Jureczek.159 Der Bibliotheksleiter erklärt nun den Ankauf, von dem er nichts gewusst haben will, so, dass sich das Buch unter den von Gerold & Co routinemäßig zur Ein- sicht zugesandten Werken befunden hätte und diese „beim Umräumen und Aufstellen der Werke zur Zeit der Übersiedlung irrtümlich als Abteilung auf- zunehmender Werke betrachtet [worden wären] und das Werk selbst so zur Einverleibung in die Sammlungen gelangte.“ Dass er Jureczek die Bewilligung zur Anfertigung der Reproduktionen gegeben hätte, bestreitet er nach wie vor. Es hätte sich nach Karpf um ein Missverständnis gehandelt, das „sich heute nach mehr als 3 Jahren kaum aufklären lassen“ dürfte. Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass nach Schnürers und Jureczeks Aussagen „das seinerzeit geplante Werk […] nicht als eine Galerie von Frau- enschönheiten gedacht war, sondern als eine allgem. Sammlung histor. Por- träts“. Denn unter diesem Vorzeichen hätte die Genehmigung der Veröffent- lichung nicht bedenklich erscheinen müssen, da die Fideikommiss bib liothek bereits seit Mitte der 1880er Jahre vergleichbaren Publikationen entsprechen- des Bildmaterial zur Verfügung gestellt hatte (vgl. Abschnitt 2.2.2). Was waren nun die Bedeutung und das Resultat dieser Affäre? Der Gang ihrer Entwicklung wird am besten durch die Konklusion Hawerdas cha- 157 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 537, Z. 1540 ex. 1906: Stellungnahme Hawer- das von Wehrlandt vom 26.04.1906. 158 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 537, Z. 1540 ex. 1906: eigenhändig eingefügte Randbemerkungen von Chertek. 159 FKBA37012. Der Verwaltungsbericht, den Schnürer ebenfalls als Beleg anführt, ist uner- heblich, da darin nicht auf die einzelnen Ankäufe eingegangen wird (vgl. Abschnitt 1.1.2). Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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