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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 506 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM506 Veröffentlichung derselben im k. k. Amtsblatte.“247 Ob und wie man in der Fideikommissbibliothek auf diese Intervention reagierte, ist nicht bekannt. Im Dezember 1900 hatte sich dann Guido Krafft, Professor an der Techni- schen Hochschule in Wien, gar darüber beschwert, dass nur der erste seines aus vier Bänden bestehenden „Lehrbuches der Landwirtschaft“ in der „Wie- ner Zeitung“ genannt wurde, obwohl das Werk als Ganzes vom Kaiser an- genommen worden war. Karpf begründete den Fehler damit, dass aus dem ersten Band versehentlich nur dessen Titel und nicht jener des Gesamtwer- kes exzerpiert worden war.248 Auch zwei Briefe, die die Redaktion der „Wie- ner Zeitung“ in der fraglichen Angelegenheit an die Fideikommissbibliothek richtete, belegen, dass Autoren auf Veröffentlichung des Umstandes der „An- nahme“ ihrer Werke in dem Medium mit Nachdruck drängten.249 Erwähnt seien an dieser Stelle noch zwei Anfragen von Autoren, die sich die Auszeich- nung der „Annahme“ vom Bibliotheksleiter gewissermaßen beglaubigen lie- ßen. Bereits im November 1882 bat Rittmeister Amon von Treuenfest Be- cker um eine schriftliche Bestätigung der „Annahme“ der sieben, von ihm verfassten Regimentsgeschichten durch den Kaiser, um sie dem Kommando des Arcièren-Leibgarde-Regimentes vorzulegen. Wie er in seinem Schreiben an den Bibliotheksdirektor betont, war „die allergnädigste Annahme […] für jeden Unterthan, aber insbesondere für einen Officier der k. k. Armee eine hervorragende Auszeichnung, welche in seine Qualifikation aufgenommen werden muß.“250 Und im Jahr 1902 wandte sich Karl Uhlirz an Alois Karpf mit der Frage, ob das von ihm bearbeitete zweibändige „Verzeichnis der Ori- ginalurkunden des Städtischen Archives“ dem Kaiser zur „Annahme“ vorge- legt worden wäre. Der Ausschuss des Alterthumsvereines hätte dies geplant, Uhlirz konnte sein Werk jedoch in den Verzeichnissen der „Wiener Zeitung“ nach eigener Aussage nicht finden.251 Die geschilderten Fallbeispiele machen deutlich, dass das Ritual der „An- nahme“ eine ähnliche Funktion hatte wie öffentlich ausgeschriebene Preise und Ehrungen. Natürlich spielte wie bei diesen die Qualität des vorgelegten Werkes eine wichtige Rolle; es gab aber offensichtlich noch andere Gründe für die Gewährung der „Auszeichnung“. Die Persönlichkeit des Autors, vor allem aber seine Loyalität gegenüber dem Kaiserhaus waren jedenfalls wich- 247 FKBA35014, fol. 1r. 248 FKBA36054. 249 FKBA39098, fol. 3v, und FKBA43036. 250 FKBA30073, fol. 2r. Treuenfest begründet sein Ansuchen mit dem Argument, dass „die Publikation in der Wiener-Abendpost [i. e. der „Wiener Zeitung“] den Herrn Vorgesetzten nicht dienstlich vorgelegt wird“. 251 FKBA36119. Auch hier lassen sich mangels Unkenntnis der Antwort von Karpf weder der Tatbestand noch die Ursachen rekonstruieren. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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