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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 525 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 525 erklärt wurden. Es gab aber noch mindestens zwei weitere Kategorien von Schenkungen, bei denen sich dieses Problem anscheinend nicht stellte. Inte- ressanterweise wählte Schnürer gerade zwei Musterbeispiele für diese „zur Illustrierung“, um in dem oben zitierten Bericht an die Generaldirektion gegen die Unzulässigkeit der Weckbecker’schen Forderung zu argumentie- ren: das Zuwachsverzeichnis der Handschriftensammlung der königlichen Landesbibliothek in Karlsruhe und eine Porträtschenkung durch den Fürs- ten Liechtenstein. In beiden Fällen, so Schnürer, wäre eine Erwirkung der „allerhöchsten Annahme“ keineswegs intendiert gewesen, und das lässt sich aufgrund unzähliger weiterer Fallbeispiele aus dem Archiv der Fideikom- missbibliothek auch ohne weiteres belegen. Denn das meiste von dem, was die Fideikommissbibliothek zur Vermehrung ihrer Bestände unentgeltlich erhielt, waren nicht Werke, die von ihren Verfassern selbst eingesendet wur- den, sondern meist mehrbändige Publikationen von staatlichen und wissen- schaftlichen Institutionen oder Schenkungen von Porträts, Kunstblättern und ähnlichem. Zu den Porträtschenkungen ist wenig zu sagen, außer dass sie fast im- mer als willkommene Ergänzung der wichtigsten Schwerpunktsammlung der Bibliothek dankend angenommen wurden.320 Es lassen sich auch zahl- reiche Belege dafür erbringen, dass die Fideikommissbibliothek bei leben- den Personen oder bei den Nachkommen bedeutender Persönlichkeiten um unentgeltliche Überlassung von Porträts ansuchte (vgl. Abschnitt 1.3.3). Andererseits war man bestrebt keine Dubletten zu sammeln, und das war der häufigste nachgewiesene Grund für die Ablehnung von geschenkweise angebotenen Bildnissen.321 Abgesehen von Porträts wurden der Fideikom- missbibliothek auch andere Kunstblätter und Fotografien (meist Ansichten) zugewendet und meist auch angenommen. Wichtig und charakteristisch für den Ausbau der Büchersammlung ab den 1870er Jahren waren aber auch die zahlreichen unentgeltlichen Zu- wendungen, die die Fideikommissbibliothek von Hofstellen, staatlichen, kirchlichen und kommunalen Institutionen und Anstalten sowie von Gesell- schaften und Vereinen erhielt. Üblicherweise wurden sie anstandslos an- genommen; nur in ganz seltenen Fällen mutmaßte man in der Sammlung, dass ein solches Geschenk als Widmung an den Kaiser gedacht war. Doch die Sachlage ist auch in dieser Kategorie von Gratiszuwendungen nichts we- niger als einheitlich, zumal das Spektrum der „gebenden Institutionen“ alle nur erdenklichen höfischen und öffentlichen Einrichtungen sowie Körper- schaften umfasste, und zwar aus dem In- und Ausland. Grundsätzlich gilt, 320 FKBA29054, FKBA29057. 321 Vgl. FKBA31047, FKBA32034, FKBA34016. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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