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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 591 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 591 chitekt des Baus der Neuen Burg.602 Er war anscheinend sehr interessiert und engagiert, was die museale Nutzung der Fideikommissbibliothek und ihrer neuen Räumlichkeiten betrifft, und informierte sich in der Sammlung über die auszustellenden Objekte, „um darnach bezüglich der Felder-Ein- theilung und Ausschmückung der Wände u. dgl. Vorsorge zu treffen.“603 In dem genannten Bericht geht es hauptsächlich um den Einbau der Biblio- thekskästen des Karmeliterklosters in der Leopoldstadt aus der Zeit Leo- polds II., deren Erwerbung damals geplant war, welcher dann aber doch nicht zustande gekommen ist. Laut Schnürer hätte dadurch „die erste von Eurer Excellenz genehmigte Anordnung der Räumlichkeiten“ geändert werden müssen, womit zweifellos der oben erwähnte „Entwurf einer Ein- theilung und Anordnung dieser Räume“ gemeint ist. Geplant war nun ein quadratischer Saal, dessen Wände von den Kästen aus dem Karmeliter- kloster vollständig verkleidet worden wären. Letztere sollten dann mit Bü- chern mit dekorativen Einbänden aus dem 18. Jahrhundert befüllt werden, die die Bibliothek in großen Mengen besitzt. Ohmann wurde von Schnürer gebeten, „einen in kleinerem Maßstabe gehaltenen, recht übersichtlichen Grundriss der für die Fideicommiss-Bibliothek in der neuen Hofburg vorge- sehenen Räumlichkeiten auszuarbeiten“; der Architekt selbst beabsichtigte zudem, ein „Phantasiegemälde anzufertigen, wie sich etwa das Innere der Sammlung in den Schausälen der Parterre-Räume vielleicht einmal prä- sentieren werde“. – Am 9. Dezember 1901 erbat sich Schnürer von Cher- tek die Erlaubnis, Objekte aus der Sammlung für das Habsburgermuseum aussondern zu dürfen. Diese sollten dann im kommenden Frühjahr in die Parterre- und Souterrain-Räumlichkeiten des Corps de logis transferiert werden, die nach der Zusicherung Ohmanns bis dahin fertiggestellt wä- ren.604 Wir wissen leider nicht, wie Chertek auf das Verhalten Schnürers reagierte, da kein schriftliches Material darüber vorhanden ist. Das ist auch grundsätzlich im Hinblick auf die geplante Übersiedlung bis Mitte des Jahres 1902 der Fall, und vermutlich hat sich bis dahin auch nichts Wesentliches ereignet. Zu erwähnen ist lediglich der auch von der General- direktion approbierte Vortrag, mit dem der Obersthofmeister dem Kaiser am 28. Februar 1902 Bericht über die neuen Pläne zur Unterbringung der Fideikommissbibliothek erstattete. Sie wurden am 15. März 1902 von die- sem genehmigt und damit die im kaiserlichen Handschreiben vom 30. Ap- 602 Siehe zur Bauphase der Neuen Burg unter Ohmann Nierhaus, Ohmann. 603 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 1986 ex. 1901. Bericht Schnürers an die Generaldirektion vom 04.05.1901; daraus auch die folgenden Zitate. 604 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 3294 ex. 1899: Bericht Schnürers vom 09.12.1901. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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