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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 619 -
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Seite - 619 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 619 gen ist. Offensichtlich ist der Druck zu ihrer öffentlichen Präsentation aber von außen gekommen. Doch was ist mit „speculative[r] Industrie“ gemeint und auf welchen Kommunikationskanälen war deren Interesse zur Kennt- nis Beckers gelangt? Wir werden auf diese gesellschaftlich und ökonomisch relevanten Fragen noch zu sprechen kommen (vgl. Abschnitt 3.2.1). Wichtig ist vorab nur der Umstand, dass hier der Leiter der Fideikommissbibliothek zum ersten Mal selbst die Initiative zur Gestaltung einer Ausstellung ergriff, was bedeutet, dass er bemüht war, einen Teil der Sammlung in eigener Re- gie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Moritz Alois von Becker war jedoch nicht der einzige, der sich um die Ver- fügungshoheit der anlässlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares ge- widmeten Huldigungsadressen bemühte. Am 16. Mai beschwerte er sich bei Kabinettsdirektor Braun, dass die bereits in der Fideikommissbibliothek eingelangten Huldigungsadressen entgegen einer früheren Zusicherung an die Burghauptmannschaft abgegeben werden sollten. Diese hätte mitgeteilt, dass die Adressen nach einer Ausstellung im Österreichischen Kunstverein „in einem der kaiserlichen Schlösser aufbewahrt werden sollen“. Der Burg- hauptmann hätte außerdem darum gebeten, „die k. k. Familienfideicommiss- bibliothek möge die Registrierung und Verzeichnung jener Adressen auf sich nehmen“. Becker weigerte sich, diese Arbeit durchzuführen, wenn die Bib- liothek nicht als zukünftiger Aufbewahrungsort der Huldigungsadressen vorgesehen wäre.689 Am 5. September wurde ihm von der Kabinettskanzlei dann auch bescheinigt, „daß der Verwaltungsrath des österr. Kunstver- eins aufgefordert wird, die ihm zur Ausstellung überlassenen, anläßlich der Feier der silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten eingelangten Widmungen und Huldigungs-Adressen im Laufe dieses Monats der Allerhöchsten Famili- en-Fideikommiß-Bibliothek zur Aufbewahrung in dem bereits hiefür in Aus- sicht genommenen Locale zu übergeben.“690 Am 8. Oktober bestätigt Becker schließlich den Empfang aller 803 „Adressen und Widmungen“ gegenüber der Direktion des österreichischen Kunstvereins.691 Von ihnen hatte die Burg- hauptmannschaft vor dem 28. Mai ein eigenes Verzeichnis erstellt, das der Fideikommissbibliothek ebenfalls übergeben worden war.692 – Auch dieser Akt deutet mehr an, als er explizit wiedergibt. Offensichtlich sollten die Hul- digungsadressen der Verwaltung der Fideikommissbibliothek entzogen und in die Kompetenz einer anderen Behörde übergeben werden. Aufgrund der Äußerungen Beckers hat es den Anschein, dass hinter diesen Vorgängen der 689 FKBA29025, fol. 1r–v. 690 FKBA29025, fol. 2r. 691 FKBA29025. 692 FKBA29001. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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