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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 673 -
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Seite - 673 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 673 stellung von Karten und Plänen der Geographie rund um Budapest und den Schlossberg entgegenbrachte, mit seinen früheren Arbeiten zur Katalogisie- rung von Landkarten und Geographica und der damit in Verbindung stehen- den Mitgliedschaft in der k. k. geographischen Gesellschaft zusammen.882 Nicht verschwiegen werden soll schließlich, dass die an sich bereits offen propagandistische Ausrichtung der Veranstaltung Karpf Anlass zu Bemer- kungen gab, die aus heutiger Sicht ideologisch völlig voreingenommen er- scheinen, vermutlich aber den damals üblichen Klischeevorstellungen ent- sprachen.883 So wäre etwa „am 2. September 1686 […] die Festung Ofen […] von dem türkischen Joch, unter welchem sie 145 Jahre schmachtete, befreit“ worden. Die Ausstellung wäre ein Ausdruck der „Dankbarkeit und Vereh- rung für die Helden, welchen die christliche Cultur einen der bedeutends- ten Siege über die heidnische Barbarei verdankt“. Und die Milde Leopolds I. stünde der Grausamkeit des Sultans gegenüber, der alle Heerführer, die ver- sagten, strangulieren hätte lassen.884 Zehn Jahre später gab es für Karpf einen weiteren interessanten Anlass be- deutende und umfangreiche Bestände der Fideikommissbibliothek bei einer Ausstellung zu präsentieren und damit die Sammlung als solche in der Öf- fentlichkeit gewissermaßen zu „positionieren“. Die Gelegenheit dafür musste nun umso günstiger erscheinen, als Karpf inzwischen selbst zum Leiter der Bibliothek aufgestiegen war. Gemeint ist die „Wiener-Congress-Ausstellung“, die für die Monate Jän- ner bis Mai des Jahres 1896 im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie geplant war. Sie wurde jedoch nicht von diesem Haus selbst, son- dern von einem eigens zu diesem Zweck gegründeten Veranstaltungskomi- tee ausgerichtet, dem der Oberstjägermeister Hugo Graf Abensberg-Traun vorstand. Einen analogen Fall hatte es bereits acht Jahre früher mit der Maria-Theresia-Ausstellung gegeben, an der die Fideikommissbibliothek ebenfalls, und zwar mit zwölf Porträtgrafiken und drei gedruckten Erbhul- digungsberichten, beteiligt gewesen war.885 Für das Thema „Wiener Kon- gress“ hatten die Bestände der Sammlung aber ungleich mehr zu bieten; ja man kann sogar sagen, dass sie geradezu prädestiniert dafür waren, das 882 FKBA31070, fol. 122r–124r (p. 4–6). 883 Ähnliche Einstellungen finden wir bei Quirin Leitner 1864 anlässlich der Ausstattung des Vestibüls im Heeresmuseum (vgl. Telesko, Hofburg, 434). 884 FKBA31070, fol. 121r (p. 1), 122r–123r (p. 2–4) u. 128r (p.10). Die Formulierungen, die Karpf hier verwendet, tauchen in nahezu gleichlautender oder paraphrasierter Weise bereits im Aufruf zur Ausstellungsbeteiligung und in den Artikeln zur Ausstellungseröffnung auf (vgl. Anm. 869). 885 Vgl. FKBA32017. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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