Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Chroniken
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 950 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 950 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

Bild der Seite - 950 -

Bild der Seite - 950 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

Text der Seite - 950 -

DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–1919950 Unterstützungen für die Kinder (Geburt105, Ausbildung oder Urlaub106) so- wie Zahlungen aufgrund von schwierigen familiären Lebenssituationen107 (Krankheit, Finanzierung der Uniform, Kosten bei der Einberufung)108. Die Stellung der Aushilfsdiener wurde insofern verbessert, als diese – entgegen der offiziellen Verlautbarung der Generaldirektion – trotz des Kriegsdiens- tes zunächst ihr Taggeld weiterhin erhielten109 und ihr Arbeitsverhältnis durch den Einsatz von Franz Schnürer 1917 in eine definitive Anstellung umgewandelt werden konnte.110 Sogar dem pensionierten Kustos Johann Jureczek wurden vor und im Ers- ten Weltkrieg finanzielle Unterstützungen zur Deckung der Gesundheits- kosten des Ehepaars Jureczek erstattet.111 Die Sozialleistungen für Pensio- nisten, Witwen und Waisen von ehemaligen Beamten der Generaldirektion wurden angehoben, ebenso kamen Angehörige noch vor Kriegsende 1918 in den Genuss von regelmäßigen Beihilfen in Form von Teuerungszulagen.112 So suchte die Witwe von Wenzel Schaffer, Amalie, in einem Majestätsgesuch zusätzlich zu ihrer Witwenpension und Teuerungszulagen in der Höhe von 2.555 K 20 kr um eine Teuerungszulage von 300 K an. Nachdem die über hohe Weisung eingeholte Äußerung der Polizeidirektion wohlwollend ausge- fallen war, wurde ihr diese auch bewilligt. Die Praxis der Begründung bzw. die Häufigkeit solcher finanziellen Un- terstützungen ist laut Angaben des Bibliothekspersonals der enormen In- flation der Kriegsjahre geschuldet sowie einer unzureichenden sozialen Absicherung. Eine Veränderung dieser Vorgehensweise findet erst in der republikanischen Ära statt, als beispielsweise Kanzlist Johann Eigenberger 1920 nach der Erkrankung seiner Frau und seines Sohnes um den Ersatz der angefallenen Kosten ansuchte. Im September 1919 war ihm eine Bei- 105 FKBA45038: Finanzielle Unterstützung von 2.000 K für die durch die Entbindung der Frau von Ernst Hefel, Martha, entstandenen Kosten. 106 FKBA39008: Finanzielle Unterstützung von jährlich jeweils 150 K für die Kinder von Ru- dolf Payer von Thurn, Erwin und Margarethe, bzw. für die Ausrüstung von Sohn Erwin als Einjährig-Freiwilliger; FKBA44019: Finanzielle Unterstützung von jährlich 200–300 K für den Landaufenthalt der Kinder und Beihilfen für ihre Ausbildung. 107 FKBA43010: Finanzielle Unterstützung von 200 K aufgrund der Operation von Franz Po- laks Frau. 108 FKBA43008, FKBA43011. 109 FKBA43031. 110 FKBA46080. 111 FKBA41048, FKBA44025: Finanzielle Unterstützung von 1.000 K für die Krankenkosten der Operation infolge Mastdarmkrebses. Johann Jureczek verstirbt am 07.02.1922, obwohl man 1921 noch über seine erneute Wiederverwendung in der Fideikommissbibliothek nachgedacht hatte. Vgl. FKBA47088, fol. 1r. 112 FKBA46026. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
zurück zum  Buch Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung"
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918