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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 953 -
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DIE „K. U. K. FAMILIEN-FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK“ IM ERSTEN WELTKRIEG 953 die Angestellten in der Weihnachtszeit erhielten. Davon konnte ein Großteil der Wiener Bevölkerung nur träumen. Doch diese Bezugsquelle durfte auch nicht über Gebühr beansprucht werden. Payer von Thurn stellte im April 1917 das Ansuchen, seine Familie und jene von Bibliotheksdiener Eigenber- ger mit „je 2 [korrigiert aus: „einem“] Litern Milch täglich aus der Meierei des Allerhöchsten Fondsgutes Esslingen zu bewilligen [und zwar mit der Be- gründung, dass] es unter den heutigen Verhältnissen nahezu unmöglich ist, auf privatem Wege Milch zu erhalten“.123“ Das Ansuchen wird jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass „die Menge der an die Fondsangestellten in Wien aus dem genannten Hofe bis auf Weiteres zur Lieferung gelangende Milch durch eine derzeit unabänderliche Abmachung mit dem Ernährungsamte der k. k. n.ö. Statthalterei im gegenwärtigen Ausmasse ihre Begrenzung findet.“124 Aufschluss über den Zugang zu Mahlzeiten bei Hof bietet auch ein Akt, in dem die Hofmenage-Kommission aufgrund des großen Andrangs die Ver- legung der Hofküchenausspeisung in der Kriegsküche der Theaterbediens- teten berichtet. Dort könne man „um den Betrag von 1 K 20 h eine befriedi- gende Mittagskost erhalten“.125 Generell erhielten die Angestellten der Fideikommissbibliothek über den Kriegskonsumverein für Hofbeamte einen vereinfachten Zugang zu Grund- nahrungsmitteln wie Brot und Mehl, aber auch vieles andere.126 Auf den Punkt gebracht wird der Zugang der Bibliotheksangestellten zu Lebensmit- teln und Essen in einem Kommentar in Hanny Brentanos Autobiografie: „Ein sehr prosaischer, aber in der Zeit der Kriegsnot nicht zu unterschätzen- der Vorteil meiner Anstellung war die Versorgung mit Lebensmitteln, Heiz- material und sogar Kleidungstücken durch den Kriegskonsumverein der Hof- beamten, eine Annehmlichkeit, die mich vor den drückenden Sorgen anderer Frauen schützte und mir immer noch das Ausüben einer wenn auch beschei- denen Gastfreundschaft und Hilfeleistung ermöglichte.“127 Zu diesem umfassenden Service zählte auch die alljährliche Ausgabe von Trinkgeldern für die Angestellten der Fideikommissbibliothek sowie für Per- sonen, die regelmäßig Arbeiten für die Fideikommissbibliothek durchführ- ten. Dabei handelte es sich um Brief- und Paketträger, Diener von ande- 123 FKBA45018, fol. 1r. 124 FKBA45018, fol. 1v bzw. Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 541, 1187/1917, fol. 1r. 125 FKBA46023 1v. 126 Wien, ÖNB, BAG, EZ 3040, Nachlass Franz Schnürer, Box 26, Korrespondenz von Hanny Brentano, Wien, 06.02.1919, fol. 1r. 127 Brentano, Gott, 291. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918