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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 968 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–1919968 Überreichung eines dazu passenden Etuis mit einer persönlichen Widmung des Künstlers F. L. Jacobsohn ließ der Kaiser lediglich den allerhöchsten Dank übermitteln.191 Skeptisch waren die Beamten der Fideikommissbibliothek gegenüber an- gebotenen Kunstobjekten mit Bezug zu Mitgliedern des Kaiserhauses. Der Butter-, Eier- und Geflügelhändler A. Migeon aus Nancy hatte beispiels- weise Kinderwäsche des Herzogs von Reichsstadt eingesandt und auf eine finanzielle Vergütung gehofft. Doch das Angebot wurde mit der Begründung abgewiesen, dass die Authentizität des Objekts nicht nachweisbar sei und derlei Sammlungsgegenstände nicht in die Fideikommissbibliothek gehör- ten.192 Auf einen von Thérese de Georgé aus Freistadt angebotenen Kinder- schuh von Maria Theresia erfolgte ein ebenso negativer Bescheid. Doch wäre es falsch, grundsätzlich von ablehnenden Antworten auszugehen: Nachdem die Reservistenfrau Therese Schauer die Fotografie „Franz Joseph I. im Kreise seiner Brüder“ überreicht hatte, sprach sich Franz Schnürer für die Anschaffung aus, da seinem Urteil nach sogar die Positive von Angerer & Göschl einen gewissen Seltenheitswert haben. Darüber hinaus entsprach die Fotografie dem Sammelauftrag der Fideikommissbibliothek.193 1.2.6 Entlehnungen und Reproduktionen Die kaiserliche Fideikommissbibliothek wurde bis zum Ende der Monar- chie als Familienbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen angesehen. Dennoch hatte es in den Kriegsjahren von Seiten der Kaiserfamilie keinen Einfluss auf die Bucherwerbungen der Fideikommissbibliothek gegeben, was ebenso auf die Entlehnungen zutraf. Dies ist anhand des Ausleihjour- nals194 ersichtlich, welches seit 1885 geführt wurde und jedes entlehnte Werk und die Person verzeichnet, die es bis zur ebenfalls vermerkten Rück- gabe erhielt. In den Kriegsjahren hatte, mit Ausnahme einer Entlehnung von Springers „Handbuch der Kunstgeschichte“ von Marie Valerie im Jahr 1916, einzig Kaiserin Zita Werke entlehnt. Im Juli 1918 erhielt „Ihre Majes- tät“ Werke195 mit edierten Briefwechseln bzw. Biografien der Kinder Maria 191 FKBA43025 fol. 3r. 192 FKBA42008. 193 FKBA45009. 194 FKB.INV.64. Zur Analyse der Zeit bis 1914 vgl. den Abschnitt 2.2 von Rainer Valenta. 195 Folgende Biografien wurden entlehnt: Alfred von Arneth, Mathieu Auguste Geffroy (Hg.), Marie-Antoinette. Correspondance secrète entre Marie-Thérèse et le Comte de Mercy-Ar- genteau avec les lettres de Marie-Thérèse et de Marie-Antoinette, 3 Bde. (Paris 1874) [FERD 2291]; Alfred von Arneth (Hg.), Marie Antoinette, Joseph II. und Leopold II. Ihr Briefwechsel (Leipzig/Paris/Wien 1866) [FRANZ 31451]; Adam Wolf, Marie Christine. Erz- Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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