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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 973 -
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Seite - 973 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DIE „K. U. K. FAMILIEN-FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK“ IM ERSTEN WELTKRIEG 973 einer Weisung des Generaldirektors ohne Ausnahme abgewiesen werden.218 Schließlich unternahm Vreese 1916 einen neuerlichen Anlauf, indem er beim Preußischen Generalgouvernement in Belgien intervenierte, welches sich in seinem Namen für die Entlehnung oder die Reproduktion der in Frage ste- henden Handschriften einsetzte. Unter dem preußischen Generalgouverneur bzw. Generaloberst Moritz von Bissing hatte man die Genter Hochschule in eine Universität umgewandelt, welche der besonderen Förderung des preu- ßischen Generals unterlag.219 Auf die vom österreichischen Ministerium des Äußeren übermittelte An- frage ließ Schnürer in der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Repro- duktionen des gesamten Kodex FRANZ 9382 bzw. Incipit und Excipit des Kodex FRANZ 9390 anfertigen. Auf die Materialkosten in der Höhe von immerhin 270 K hatte man bei der Übermittelung der Kopien von österrei- chischer Seite zwar nicht ausdrücklich hingewiesen, als im Dankschreiben jedoch eine etwaige Vergütung nicht erwähnt wurde, schrieb man schließlich 1917 die Ausgaben unter den Auslagen der Fideikommissbibliothek endgül- tig ab.220 Die Reproduktion von Bildbeständen der Fideikommissbibliothek stellt, ebenso wie die Buchentlehnung, ein zweites Standbein der Bibliothek dar. Die Anzahl der Reproduktionen spiegelt – ähnlich wie die der Buchentleh- nungen – den Rückgang an Aufträgen in den Kriegsjahren wider. Das 1912 begonnene Protokollbuch der Reproduktionen221 veranschaulicht, wie die Anzahl der Reproduktionen nach einem beträchtlichen Anstieg in den Jah- ren vor dem Weltkrieg bereits im Jahr 1914 einen deutlichen Rückgang er- fuhr. In den Jahren 1915 bis 1919 fehlen jegliche Eintragungen. Dies scheint allerdings mehr auf die fehlenden Eintragungen als auf die ausbleibenden Reproduktionen zurückzuführen zu sein, da in den Akten des Archivs der Fideikommissbibliothek eine – wenn auch eingeschränkte – Fortführung von Reproduktionen dokumentiert wird. Ein kontinuierlicher Anstieg ist ab 1920 festzumachen, der ab 1925 wieder an die Zahlen vor dem Weltkrieg anschließt. Ein bemerkenswer- ter Aspekt betrifft die Illustration von Schulbüchern. Aus dem Protokoll- buch wird ersichtlich, dass unmittelbar vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg in regelmäßigen Abständen Reproduktionen von Bildnissen und 218 FKBA39067. 219 Zu Moritz Ferdinand Bissing vgl. den biografischen Eintrag von Christoph Roolf und Tho- mas L. Gertzen in der International Encyclopedia of the First World War, http://dx.doi. org/10.15463/ie1418.10382 (abgerufen am 30.01.2021). 220 FKBA44048 bzw. Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 541, 3065/1916. 221 Wien, ÖNB, BAG, FKB.INV.31. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918