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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 1007 -
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„KEIN RAUM MEHR FÜR IRGENDEINE MONARCHISCHE GEWALT“ 1007 Mehrere, teils auch neugegründete Staaten stellten nach dem Ersten Welt- krieg Ansprüche auf den in Wien befindlichen Kulturbesitz. Es handelte sich sowohl um Kunstobjekte, Hand- und Druckschriften als auch um Schriftgut in Wiener Museen, Bibliotheken und Archiven.368 Von den ehemaligen Hof- sammlungen waren es in erster Linie die Hofbibliothek und die beiden Hof- museen,369 die mit Regressforderungen konfrontiert waren. Bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrags stellten mehrere Nachfolge- staaten Ansprüche am Staatsgut. Tatsächlich hatte man bereits kurz nach Kriegsende Hans Tietze als Vertreter des Staatsamts für Unterricht für die Rechte des deutschösterreichischen Staats bezüglich der wissenschaftli- chen und Kunstsammlungen ernannt.370 Im Ernennungsschreiben wird von „feindlichen Mächten“371 gesprochen, die Ansprüche auf Kulturgüter stellen. Tietze unterstand im Staatsamt Sektionschef Rudolf Förster-Streffleur, dem zweiten wichtigen Akteur des Staatsamts bei den Verhandlungen über die Zukunft der Wiener Kunstschätze. Unter den Ländern, die Ansprüche stell- ten, erregten insbesondere die Forderungen der italienischen Waffenstill- standskommission Aufsehen. 2.2.1 Die Forderungen Italiens Generalmajor Roberto Segré leitete die ab dem 28. Dezember 1918 in Wien ansässige italienische Waffenstillstandskommission372, die mit der im Waf- fenstillstandsvertrag vereinbarten Umsetzung militärischer, politischer und wirtschaftlicher Belange betraut war. Segré wandte sich im Jänner 1919 an den österreichischen Staatssekretär für Äußeres, Otto Bauer, um die italie- nischen Ansprüche durchzusetzen und wies darauf hin, er „glaube […] nicht, daß Versammlungen, Konferenzen oder beratende Körper- schaften der aus der vormaligen Monarchie entstammenden Staaten berufen wären, bezüglich der von Italien geforderten Rückgabe der ihm von der öster- reichisch-ungarischen Regierung mißbräuchlich weggenommenen und auf seine nach dem Frieden von 1866 erfolgte diesbezügliche Forderung ungerech- 368 Huguenin-Bergenat, Staatensukzession; Lhotsky, Verteidigung; Stummvoll, Nationalbiblio- thek, 592–595; Rainer, Rückführung. 369 Lhotsky, Verteidigung, 167. 370 FKBA46059, fol. 1r. Zu Hans Tietze vgl. Frodl-Kraft, Tietze. 371 Ebendort. 372 Die Waffenstillstandskommission verließ im Jänner 1921 Österreich, Segré bereits ein Jahr zuvor. Die vom italienischen Oberkommando eingesetzte Kommission wird als Mili- tärmission bzw. als Waffenstillstandskontrollkommission bezeichnet. Vgl. Rainer, Militär- mission, 267. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918