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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 1008 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–19191008 terweise nicht zurückgegebenen Kunst- und historischen Objekte zu verhan- deln.“373 Otto Bauer hatte den Wiener Kunst- und Kulturinstitutionen zunächst die Forderungen der Waffenstillstandskommission kommuniziert, unter Punkt 3 befand sich auch die Forderung „das bibliographische- und Handschrif- tenmaterial, das angeblich aus der Estensischen Bibliothek in Modena in den Jahren 1847 und 1859 nach Wien geschafft wurde“. zurückzustellen. Weiterhin gibt Bauer an: „Es erscheint aus politischen Gründen notwendig, der italienischen Militärkommission baldmöglichst eine sachlich begründete Antwort erteilen zu können.“374 Otto Bauer setzte die betroffenen Kunst- und Kulturinstitutionen am 11. Februar 1919 davon in Kenntnis, dass den ita- lienischen Delegierten kein Widerstand zu leisten sei, wohl aber sei gegen das Vorgehen bei den Vereinigten Staaten von Amerika und bei der Entente Protest einzulegen. In einem weiteren Rundschreiben wertete er eine Konfis- zierung als Verstoß gegen das Völkerrecht. Bauer wollte mit den bilateralen Verhandlungen bis nach dem Friedensschluss warten.375 Am 11. Februar 1919, einen Tag vor der Konfiszierung von Kunstobjek- ten der Sammlungen des Kunsthistorischen Museums durch die italieni- sche Waffenstillstandskommission, war dieses Vorhaben der Generaldirek- tion zu Ohren gekommen und die Fideikommissbibliothek wurde umgehend davon in Kenntnis gesetzt, dass die geplante Konfiszierung im Kunsthisto- rischen Museum tags darauf um 9 Uhr stattfinden werde. In seinem Schrei- ben sah Generaldirektor Hawerda-Wehrlandt „private Eigentumsrechte“ der Familie Habsburg-Lothringen verletzt sowie ein Zuwiderhandeln gegen „allgemeine privat- und völkerrechtliche Normen“ bzw. gegen die „Interes- sen der Stadt Wien als eines Zentrums der Kunst und Wissenschaft“.376 Tat- sächlich war die Hofbibliothek im hohen Maße von der italienischen Konfis- zierung betroffen. Am 28. Februar 1919 erfolgte eine neuerliche Forderung von Handschriften der Biblioteca Estense von der Hofbibliothek, nämlich die Bibel des Borso d’Este, das „Breviarium“ des Ercole d’Este und das „Offi- cium“ des Alfonso I d’Este, welche 1859 nach Wien transferiert worden wa- ren.377 Die Liste umfasste darüber hinaus zwei weitere Kodices, die im Jahr 373 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 25/1919, unpaginierte Abschrift; vgl. ebenso Staatsamt für Äußeres 981/1919. 374 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 25/1919, Abschrift, pag. 2–3; vgl. ebenso Staatsamt des Äu- ßeren 981/1/1919. 375 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 25/1919, unpaginierte Abschrift, vgl. Staatsamt für Äußeres 28/1919. 376 FKBA46053, fol. 1v. 377 Aus dem Jahr 1912 hat sich ein Bericht über den konservatorischen Zustand der Hand- Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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