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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 1013 -
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„KEIN RAUM MEHR FÜR IRGENDEINE MONARCHISCHE GEWALT“ 1013 transferieren ließ, versuchte man von Seiten des Staatsamts für Äußeres, Klarheit über die Provenienzgeschichte der Sammlungsobjekte zu erlangen; Ludwig Bittner gab Payer-Thurn bekannt, dass im Estensischen Archiv keine Informationen über die Verhandlungen zwischen der italienischen Re- gierung und dem Herzogshaus zu finden seien, insbesondere seien die Pro- zessschriften des Advokaten Annibale Vandelli nicht auffindbar.405 In einem weiteren Schreiben wies das Staatsamt darauf hin, dass keine Informatio- nen zu den Forderungen der italienischen Waffenstillstandskommission an die Presse weiterzugeben seien.406 Nachdem die italienische Waffenstillstandskommission eine Liste von geforderten „Kunst- und historischen Gegenständen“407 an das Ministerium des Äußeren übergeben hatte, sollten die in Frage kommenden Institutionen Auskunft geben, mit dem Ziel „Material zur Bekämpfung der italienischen Ansprüche auf der Friedenskonferenz vorbereiten zu lassen, sowie zur Siche- rung dieser Gegenstände die geeigneten Maßnahmen zu treffen“.408 Payer-Thurn bemerkt zur Estensischen Bibliothek Folgendes: „In hierortiger Verwahrung befindet sich lediglich di sogenannte Estensische Bibliothek. Dieselbe kann jedoch meines Erachtens nicht unter die im Schluss- absatze des Elenco I angesprochenen „Oggetti di bibliografia […] che abusiva- mente l’Arciduca Francesco V portò via da istituti pubblici di Modena nel 1859“ subsumiert werden, da sie nicht aus den öffentlichen Bibliotheken Modenas, sondern aus dem Schlosse Cataio stammt, das unzweifelhaft ein Privateigen- tum Seiner Majestät bildet.“409 Nachdem Sammlungsobjekte aus den Estensischen Sammlungen einen wichtigen Bestandteil der Forderungen der italienischen Waffenstillstands- kommission ausmachten, waren die Beamten der Fideikommissbibliothek aktiv an der Argumentation zur Verteidigung der österreichischen Ansprü- che beteiligt. Es war Bibliothekar Ernst Hefel, der die Schrift „Die Estensi- schen Sammlungen des Hauses Österreich-Este“ publizierte, deren Druck- kosten wie bei jener von Friedrich Stritzl-Artstatt von der Dotation der Fideikommissbibliothek mitgetragen wurden. Der Amalthea Verlag hatte die Kosten zunächst mit 2.500 K veranschlagt, doch durch die Inflation kos- 405 FKBA46061, fol. 1r. Vgl. Annibale Vandelli, Allegazione storico-giuridica a difesa del Duca di Modena nelle cause civili (Turin 1864). 406 FKBA46061, fol. 8r. 407 FKBA46061, fol. 2r–3r. 408 FKBA46061, fol. 1r. 409 FKBA46061, fol. 8r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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