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gen läßt, bis derselbe vom Helb herabfallt. Nun werden sämmtli-
che Keile bei den Reinheiten gelöst, und beide Reinbeile auöeinan«
dergerückt, wodurch der Hclb auf früher vorgerichtete Walger her-
unter fällt; mit Hülfe der großen hölzernen Wuchtstange und der
Zugtette wird der Helb sodann in ähnlicher Weise vom Hammer-
gerüste hervorgezogen, wie das Hineinziehen geschieht, von dem im
Paragraph 41 die Rede war.
Der herausgezogene Helb wird nun auf Walgcrn oder Wa-
gengestcllen zur Seite gezogen, und der neue, armirte Helb in der
schon bekannten Weise eingefahren und richtig gestellt. Zur Beschleu-
nigung deS Einfahrens und des NichtigstcllcnS ist es sehr zu em-
pfehlen, daß beim Ausfahren mit dem alten Helb nur Ein Rein«
beil gelöst und zur Seite gerückt, das andere aber unverrückt be-
lassen wird; denn die Länge der Wagringachsen, wie die Entfernung
derselben vom Schlring soll und wird in der Regel kaum merklich
differiren; sind daher beide Hclbe, der gebrochene und der neue,
ganz gerade, oder zufällig beide gleich gekrümmt, so müssen die
Reinbcile bei dem neuen Helb ganz in die Lage kommen, welche sie
bei dem gebrochenen hatten; das unverrückt gelassene Rcinbeil lst
demnach schon in der nöthigen Lage, und nach dieser Lage kann so-
dann daö andere Rcinbeil gleichfalls schnell richtig gestellt werden.
Sind jedoch beide Helbe in ihrer Krümmung verschieden, so müssen
die Reinbeile beim neuen Helb allerdings eine andere Stellung er»
halten; allein die nöthigen Aenderungen beschränken sich lediglich
nur auf die Höhenlage derselben, und diese Aenderung kann bei
dem festgclasscnen Rclnbeile am besten vorgenommen werden, wenn
selbe bei dem andern bereits geschehen, der neue Helb eingehängt,
und alles Uebrige schon in Ordnung ist. Auf manchen Hämmern
hat man zu dem Ende die Stellung der Gerüststöcke und die Dicke
der Reinbcile so gewählt, daß nur Ein Rcinbcil die seitwärtige Ver^
rückung gestattet, während das andere unmittelbar am Gerüststccke
selbst sich anlehnt, wie in Fig. 2 Tab. l l . zu entnehmen ist.
Vei gußeisernen Gerüsten und Neinstangen geschieht tas Aus«
und Ginfahren in ganz ähnlicher Weise, nur muß das erstere so-,
wohl als das letztere mit beiden angesteckten Ncinstangm geschehen.
Demungeacluct werdc» hierbei diese HUdctten, und ebenso tas Rick»
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen