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Wind ausströmen kann, was mit der Zeit bestimmt erfolgen nnüßte,
wenn die Oeffnung für die Kolbenstange Anfangs noch so cgenau
passend hergestellt würde. Diese Verdichtungsvoriichtung biesteht
in der sogenannten Stopfbüchse. Auch die Kolbcnlied,erung
muß anders eingerichtet werden, und besteht aus einer doppelten,
indem man auf der untern und auf der obern Seite des Kwlbens
eine Liederung anbringt, wovon die eine beim Auf- die aindere
beim Niedergange des Kolbens wirkt, was namentlich bei der Ttulp-
liederung und den damit verwandten Licderungcn der Fall ist. Fig.
15 stellt jedoch eine in der Mitte des Kolbens angebrachte, eimfache
keistcnlicderung eigener Art dar. Ferner muß sowohl die untc re als
die obere Ausströmungsöffnung in den Windsammlungskastcn münden
(was nur dann möglich ist, wenn diese seitwärts angebracht sind ) oder
damit in Verbindung stehen. Endlich muß der Vewegungsnnccha-
nismus so beschaffen seyn, daß er seine Kraft auf den aufwärts
wie auf den abwärts gehenden Kolben äußert, was am gewölhnlich-
stcn und besten durch die Kurbelbewegung geschieht. Da jedoch» beim
Niedergänge des Kolbens dessen Gewicht mitwirket, so wird für den
gleichförmigen Gang eine Ausgleichung dieser Schwere durch Gegen-
gewichte nothwendig, wenn sich nicht die Kolben selbst gegenseitig
das Gleichgewicht halten, wie jedesmal der Fall nahe genug ein-
tritt, wenn mehr als zwei Kästen vorhanden sind.
In Fig. 15 sind » s zwei Saugventile, und K< das Aus-
strömungsventil für den aufgehenden Kolben, wogegen a^ das Säug-
ventil, und I' das Ausströmungsvcntil für den abwärts gehenden Kol-
ben vorstellt. Die Fortsetzungen vom Veden und Teckel bei ^ und O
bilden unmittelbar die obere und untere Wand des Windsammlungska-
sten, wie aus der Zusammenstellung des ganzen Geblase« in Fig. 15
ersichtlich ist, und dasselbe gilt von der hintern und »ordern Seiten-
wand tcr Kästen. Ein Ncgulator ist nicht vorhanden, könnte übrigens
an irgend einer bequemen Stelle mit der bei »> in den Windsamm-
lungstasten mündenden Windleitung ohne AnstanV in Verbindung
gebracht werden. Gegenüber der Windleitungsmündung » ist ein
Mannloch angebracht, durch welches alle vier AuZströmungsvenlile
mit einmal zugänglich sind. Damit sich die Kolbenstange lc, welche
bei <i mit der gabelförmigen Kurbclstange p verbunden ist, senk-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen