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znschmchen vermag, ohne daß er dadei förmlich durchzerrennt, d. h.
chne einen Theil des Einqcrennten wieder als Roheisen hcrauszu-
bringen. Aus rohen Durchschüssen, halb hartem halb weichem Eisen
macht man sich nichts daraus; denn dies ist das gewöhnliche Er-
gebniß, welches nicht beirrt, da man viele Artikel hat, für welche
ein halbhartes Eisen an seinem Platze ist, und es nur darauf an-
kömmt , daß man nach dem Verhalten des Eisens unter dem Ham-
mer die paffende Sorte daraus schmiedet. Allein wenn man in die
Lage kommt, eine bestimmte Sorte Eisen erzeugen zu müssen, dann
blechen Mängel, Tadel und Verluste von allen Seiten los, und
der beste Frischer bei seiner zufälligen, ««Verläßlichen Arbeit wird
völlig unbrauchbar.
Das Zu- oder Nachzerrennen bietet bei der köscharbeit keine
Verschiedenheit von jenem, das wir in §. 94 bei der Schwallarbeit
kennen gelernt haben, besonders dann, wenn man hierbei ziemlich
viel Dünneisen hat, wie es bei der Tchwallarbeit gewöhnlich ist.
Wenn übrigens auch gar kein Dünneisen vorhanden wäre, läßt man
zum Nachschmel;cn der zerstreuten Brocken, und damit der Dachcl
auf der Reinseite gehörig ausgaart, doch immer ungefähr '/^ Stunde
nachblasen. Nur in dem Falle als man sich vermöge beständi-
gen Nohganges endlich entschlossen hat statt eines Eisentackels
einen Stahldachel zu machen, was in der That öfters geschieht, dann
wird nicht nachgeblascn, sondern auf die Weise verfahren, wie wir
im §. 138 bei der stcirischen Rohstahlfrisckung sehen werden. Der
ganze Zerrennprozeß, eingerechnet das Dachelausbrechen, nimmt
gewöhnlich zwei Stunden in Anspruch.
ß. l « » Das Aussehen eines guten köschdachels (durch die
Frischarbeit am Löschboden erzeugten Tachels) wenn kein Schwall-
boden zurückgeblieben ist, unterscheidet sich auf der Reinscite von
jenem eines Schwalldachels nicht; auf der untern Seite dagegen er-
scheint er, wie an dem Rande herum, mit einer etwas dunklen
von Schlacke durchdrungenen Hülle uünegen, und von regelmäßiger
abgerundeter Gestalt. War der mitausgeliobene Schwallbodcn von
einiger Bedeutung, so erscheint dieser als eine dunkler gefärbte Kappe
auf der untern Seitt, und läßt sich gewöhnlich mit der Rcnnstange
leicht abstoßt», oder zerbricht und fällt ab bei tcn ersten Schlägen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen