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lcn lie im §. 92 angeführten Regeln, um ihn gleichförmig, stä»
ker cler scOwächcr, g^arcr cter roher zu machen, oder um ihn
schneller und höher heranzubilden, eder tiefer unten zu lassen.
Nach beendetem Ausheiln wird die eingelegte Vlatlelparthie mit
Hülfe der großen Deulstangc in horizontaler Lage um mehrere
Zoll der Form naher gerückt, und gewöhnlich der Wind etwas ge-
schwächt, damit die während des Aushcizens bis nahe zum Schmel-
zen erhitzten Vlattcl nur langsam einzurennen beginnen. Je nach
Beschaffenheit des Frischbodcns und der gebratenen Vlattel kann
das Vorrücken derselben gegen die Form wie die Stärke des Windes
mehr eder weniger betragen. Auf die vorgerückten Vlattel wird dann
ein zweites Packet auf der Windseite darauf gelegt, welches wieder
beiläufig in die ursprüngliche Entfernung der ersten Parthie von
tcr Form gehalten wird; auch in dieser Vlattclparthie sollen die
kleinen Stücke vermieden werden. Durch diese deitcn Noheisenpackete
kommen an 200 bis 220 Pfund gebratene Vlattcl ms Zerren»«
fcuer; und nachdem der Zcrrennprozeß schon weiter vorgerückt ist,
sich bereits Tünneisen (in Karnlen Sauer genannt, worunter
überhaupt ftüssiges Eisen »erstanden wird) gebildet hat, werten die
ausgehaltenen kleinen Vlattclstücke mit Weich vermengt auf ter
Windseite des Feuers zu oberst auf die Kohlen, je nach dessen Menge
in Einer oder mehreren Portionen aufgesetzt, «ny damit die ganze
Nohcisenmcnge zu einem Dcul uon ungefähr 220 bis 240 Pfund
«» das Fcuer gebracht.
Was die Ncgulirung des nunmehr eingeleiteten Frischprozesses
mit dem Vorrücken des Roheisens, der Stärke des Windes, de«
Tinterabstcchen und Zusatzaufgeben anbelangt, treten wieder alle
jene Rücksichten ein, welche wir im §. 93 umständlich erklärt ha-
ben. Den Leitfaden goben hierbei ebenfalls tcr Frischboden, die
Frischschlacke und der Lauch des Feuers. — Das Vorrücken dcs Roh-
eisens geschieht stets mit der großen oder kleinen Nennstange,
wobei man immer Acht haben muß, daß man die zusammengeleg-
ten Vlattel nicht in Unordnung bringt, sondern in einem Packele
erhält; dieses muß uon Zeit zu Zeit, selbst wenn kein Vorrücken
beabsichtigt ist, mit der Ztennstange gelüftet werden, damit es durch
die darunter verbrannten Kohlen nicht zu tief auf den Voden nie»
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen