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Eisen in 5er Grube bleiben, welches noch etwas Zusah eingestaucht
erhält, in so ferne sein Flüssigkcitszustand dieses gestattet, und dann
nach einiger Zeit als letzter Vodcn ausgehobcn wird. Von Einer
Harlrcnn mit beiläufig 5 Zentner fallen in der Regel 6 bis 8
Vöden aus.
Auf den Eisenhämmern in Steiermart und Salzburg ist aber
selbst diese Ausgleichung mit dem Einstauchcn der Weich nicht üb-
lich, womit in der That nicht viel gewonnen ist, well man diese
Zuschläge bei der nachfolgenden Frischarbeit im losen Zustande bei-
nahe eben so gut zur Anwendung bringen kann. Es ist daher nichts
außerordentliches, daß, wenn graues Roheisen eingerennt wird, man
wieder mehr oder weniger graue Vöden oder Vlattel erhält, und es
würde noch viel öfter vorkommen, wenn beim Vodenheben nicht das
viele Wassergießen wäre, wodurch das Roheisen abgeschreckt und
dadurch gewöhnlich weiß und strahlig gemacht wird, wie dieses beim
Vlattclheben unmittelbar am Hohofen ebenfalls erfolgt *).
Wo das Hart;errennen auf den gewöhnlichen Herden mit et-
was mehr Sachtenntniß betrieben wird, berücksichtiget man die Ve-
') M>'» kann «war «ich» behaupten, L«s> La« Hartzerrennen «ine gonz vergebliche
^r!>r,t war, wcnn das Roheisen nach dieser Operation wieder nahe denselben
oder vielleicht s»gar einen großer» Kohlcngehalt zeigt, als es vor derselben
besaß i den» durch die viele Berührung not dem Winde, welchem da« Roh-
eisen beim Einschmelzen und «och nach demselben in der Hecdgrube »nver«
weidlich ausgesetzt >st, wird jedenfalls cm Theil der Kohle un? d,r übrigen
Verunreinigungen dez Oiscns »rydirt und dadurch abgeschieden, und nur die
viele Berührung des ftusssgen ßiscns n«t Kohle und Kohlenloschc verursacht,
laü wieder Kohle aufgenommen wird, die bisweilen mehr betragen lann «ls
Die abgeschiedene; allein von den ubrigin Verunreinigungen, w>e Silicium,
Hchwefe! u. dgl. kann aus der umgebenden Kohle m^'ts aufgenommen wer-
dc>r> daher das Roheisen icdcnfalls eine wichtige Reinigung erfahren Hot,
Dessenungeachtet dlcibt es eine nicht zu entschuldigende!llernach!>>s>1gun,,
«der Unkenntnis», wenn man die beim Hartzerrcnncn dargebotene Gelegen-
heit nicht benutzt, durch entsprechende Mittel den Kohlengchalt ebenfalls
zu vermindern, um »em daraus folgenden Frischprozcsse ei» besscns vorderei-
»etcs Roheisen zu übergebe». Mie weit man darin gehen soll, l>äng» »on »er
Art des folgenden Frischprozcsscs unv dem Umsiandc ab. ob »araus Stabeisen
oder Rohstahl bereitet werden soll; nur kann bemerkt werden, dasi man für
keinen Fall so weit gehen soll, dass die ganze Haltrenn zu eine», Klumpen
verkocht oder erstarret, wie das bei »er alten «orlitscharbcit geschah, weil
wan sich hierdurch am Frischfeuer einem unnöthig großen Kohlen, und Zc,l-
«erlüst «»«setzt, »i« die grosje Masse <wcnn sie «uch in ellicke stucke l<>«
schlagen wird, «um Schmelzen gebracht wird
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen