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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 445 -
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— 445 — Nach ausgcbrochener Luppe wird der Herd wieder aufs Neue «ach der im Z. 12ü beschriebenen Art für die nächste Schmelzung vorbereitet, und der ganze Zeitaufwand von einer Luppe zur nächst folgenden wechselt von 2 bis 3V?, selten bis 4 Stunden; oder die Zeit für das Luppcnmachcn allein beträgt '/? bis '/^ Stund. §. >3O. Die Luppen der Kleinfrischerei werden gewöhnlich in ein einziges Stück zusammengedrückt, zu einem langen Massel ausgereckt, welcher sodann aber in seiner mittlern Länge abgesetzt, eigentlich doch zwei Massel oder Schirbel gibt. War die Luppe gut gefrischt, so muß sie bei diesem Zusammendrücken unter einem gegen 4 Zentner schweren Hammer sogleich die volle Geschwindigkeit des- selben erleiden, ohne sich dabei zu stören, was nur bei rohen Stel- len eintrettn kann. Veide Schirbel werden zu deren Ausheizung ins Frischfeuer gebracht, wozu bei dem Einsetzen des Roheisens nach §. 126 Raum gelassen wird. Einer derselben kommt über, der andere vor die Form zu liegen; letzterer wird natürlich zuerst in Arbeit genommen. Veide werden an ihrem Schreitende mit den Ausheizzangen gefaßt, theils wegen des leichtern Festhaltens an diesem Ende, theils um das unreinere, entgegengesetzte Ende, von dem am meisten abgeheizt werden muß, zunächst in Hitze ,u bringen. Ob von einem Schir- bel bloß Ein oder mehrere Kolben gemacht werden sollen, hängt lediglich von der Gattung des unter dem Hammer darzustellenden Stabeiscns ab. Ilcberhaupt bietet die weitere mechanische Bearbei- tung des Eisens gegen daö Verfahren bei der Einmalschmelzerei nichts Eigenthümliches dar. Mehr Eigenthümlichkeit als die mechanische Vearbeitung un< tcr dem Hammer zeigt uns der Ausheizprozeß im Feucr, weil die- ser gleichzeitig mit dem Einschmelzen des Roheisens betrieben wird. Die nothwendige Folge davon ist, daß während des Ausheizens ein großer Rohgang im Herde Statt findet, der in mehrfacher Bezie- hung auf die zu erzeugenden Hitzen Einfluß hat. Es ist hierbei nicht möglich, so vollkommene und saftige Hitzen zu erzeugen, wie dieses bei der Einmalschmclzcrei der Fall ist. Man darf mit dcu Hitzen nie zu Boden fahren, um sie daselbst im Schlackcnbade um-
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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