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ununterbrochenen Operation in ein und demselben Herde,
und überdies wird das Aushcizen des Luppeneisens gleichzei-
tig in demselben Herde vorgenommen. Die Folge davon ist
bessere Benützung der erzeugten Wärme, also Vrennmaterial-
,,ersparung, aber unvollkommenere Hitzen für das Ausschmie-
den der Stäbe.
2. Vei der deutschen Frischmethode wird das Frischen unter mehr«
mals wiederholtem Aufbrechen und Niederschmelzen vor der
Form, also bei vermehrter Handarbeit und vermehrter Be-
rührung mit dem Winde vorgenommen. Die Folge davon
ist ein verhältnißmäßig schnelleres Frischen, also wieder Kohl-
ersparung, aber größerer Calo und höhere Arbeitslöhne; und
zwar, je weniger hoch der Herd mit Kohlen bedeckt gehalten,
und je weniger hoch die Masse aufgebrochen wird, desto mehr
Kohlen werden erspart, desto größer aber wird der Calo.
2. So lange die Eiscnmasse bei der deutschen Frischmethode nicht
schon einen ziemlich hohen Grad der Gaare erreicht hat, be-
findet sich dieselbe in einem regellosen, ungleichen, bröcklich-
ten Zustande, bei dem das Einschmelzen sehr unregelmäßig
erfolgen muß. Man kann daher durch diese Methode wohl
ein sehr gleichförmiges weiches, aber kein gutes hartes
Eisen, noch weniger Stahl erzeugen.
4. Vei der Ginmalschmelzerei befindet sich das mit der Zange zum
Einschmelzen gebrachte Roheisen zwar in einem gleichförmi-
gen aber viel roheren Zustande, als die Eiscnmasse vor dem
letzten Einschmelzen im deutschen Frischherde. Das Eiuschmel«
zen muß daher langsamer, bei höher gehaltener Lage, und
bei steilerer Form geschehen. Die Negulirung des Einschmel-
zens liegt jeden Augenblick in der Hand des Arbeiters, der
die Flossengarbe beliebig rücken kann, und es ist dadurch in
seine Macht gegeben, ein gleichförmig hartes oder weiches
Stabeiscn zu erzeugen, wenn er stets in genauer Kenntniß
von der Beschaffenheit des bereits niedergeschmolzenen Gutts
bleibt.
5. Der separate Hartzcrrennprozeß, oder die Vorfrischung über-
haupt, kann in eigenen, nur für diesen Prozeß geeignelen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen