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Selbst-Positionierung Die generativen Bilder gehen aus einem lÀngeren
kollektiven Prozess hervor, der von den individuellen BeitrÀgen der Teilneh-
mer_innen getragen wird. Damit sich die Teilnehmer_innen auf ihren je eigenen
Beitrag besinnen können, empfiehlt es sich, sie um ihre Selbst-Positionierung
im generativen Bild bzw. in den generativen Bildern zu bitten. Eine einfache
Variante der Selbst-Positionierung besteht darin, dass die Teilnehmer_innen
ihre Namen auf ein Post-it schreiben und das Post-it an jener Stelle in der
Bilderlandkarte anbringen, die ihnen zentral erscheint. Etwas aufwendiger ist
es, wenn die Teilnehmer_innen kleine SelbstportrÀts anfertigen bzw. einander
fotografieren, um diese Bilder in der Bilderlandkarte zu positionieren.
Generative Bilder und Themen
âIch muĂ noch einmal unterstreichen, dass sich das generative Thema
nicht im Menschen abgesehen von der Wirklichkeit finden lÀsst, auch
nicht in der Wirklichkeit abgesehen vom Menschen â noch viel weni-
ger in einem ,Niemandslandâ. Es ist nur innerhalb des Mensch-Welt-
VerhĂ€ltnisses erfassbar.â (Freire 1978: 88)
In einem letzten Schritt geht es darum, von der Bilderlandkarte, die die gene-
rativen Bilder beinhaltet, zu generativen Themen zu gelangen. Die Teilnehmer_
innen werden gebeten, ihre Gedanken zur Bilderlandkarte zu sammeln und
Àhnlich wie bei der Eröffnungsrunde diese Gedanken in Form von Fragen,
Schlagwörtern, Bildbeschriftungen auf Notizzetteln oder Post-its festzuhalten.
Diese Post-its können an jenen Stellen im Bild positioniert werden, die den
Teilnehmer_innen passend erscheinen. Es ist allerdings empfehlenswert, die
Anzahl der möglichen Post-its einzuschrÀnken, damit sich die Teilnehmer_
innen auf jene Themen konzentrieren, die ihnen am meisten bedeuten. Die
generativen Themen, die aus dieser Aktion hervorgehen, bezeichnen Aspekte
und ZusammenhÀnge, die im Leben der beteiligten Menschen zu einem gewis-
sen Zeitpunkt, an gewissen Orten und in gewissen ZusammenhÀngen eine
bedeutsame Rolle spiel(t)en. Sie taugen weniger zur Verallgemeinerung, als
dass sie dabei helfen, ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr eine gewisse SituationalitĂ€t
zu entwickeln.
Generative Bildarbeit
Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Titel
- Generative Bildarbeit
- Untertitel
- Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Autor
- Vera Brandner
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5008-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 276
- Schlagwörter
- Forschendes Lernen, Fotografische Praxis, Methodik, Generative Bildarbeit, Grenzarbeit, Kulturelle Differenz, Praxeologie, Selbstversuch, Reflexive Grounded Theory, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmungen, SituationalitÀt, ReflexivitÀt
- Kategorie
- Medien