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Generative Bildarbeit - Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
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148 Gelegenheit, aktiv an der Gestaltung des Forschungsprozesses und der ent- sprechenden ethischen Grundlage mitzuwirken. Clark resĂŒmiert: “By not assuming that, as researchers, we knew ‘best’, we could navigate a path through the ethical maze with the support of participants” (Prosser 2000: 27). Infolge der Diskussionen und der Sensibilisierungsarbeit mit den Teilnehmer_ innen zur Frage der Zustimmung von Menschen vor und hinter der Kamera fingen manche Teilnehmer_innen im Prozessverlauf an, selbst Informations- gesprĂ€che mit den Menschen, die sie fotografierten, zu fĂŒhren. Manche der Teilnehmer_innen vermieden es, Menschen zu fotografieren, andere fragten um Erlaubnis. Wieder andere fotografierten Freunde und Bekannte und stell- ten die Bilder den Forscher_innen fĂŒr die Analyse, aber nicht fĂŒr die Veröffent- lichung zur VerfĂŒgung. Und manche Teilnehmer_innen zeigten ihre Bilder, auf denen Menschen zu sehen waren, im Forschungsprozess her, gaben sie aber nicht aus der Hand. Jene Bilder, auf denen Menschen erkennbar waren, die nicht eindeutig eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung abgegeben hatten, wurden nicht veröffentlicht (ebd.: 27–28). AnonymitĂ€t und Sicherheit Beim Arbeiten mit visuellen Methoden und Materialien ist die Wahrung der AnonymitĂ€t zum Schutz der Teilnehmer_innen auf jeden Fall notwendig, wenn besonders sensible Themen angesprochen und reflektiert werden wie beispielsweise Sexarbeit, Gewalt in der Familie, HIV/Aids. In solchen Situatio- nen sollten unter UmstĂ€nden nicht nur Personen, sondern auch PlĂ€tze, Orte und RĂ€ume anonymisiert werden. Es geht darum, Orte, die fĂŒr das Erkennt- nisinteresse eines Projektes von Bedeutung sind, nicht durch das Projekt zu belasten und zu stigmatisieren. In dieser Hinsicht muss man auch die Men- schen, die dort leben, schĂŒtzen. Jedoch ist die Anonymisierung des rĂ€umlichen Umfelds auf visuellem Material meist sehr schwierig bzw. unmöglich. FĂŒr die Menschen, die mit einem abgebildeten Ort vertraut sind, wird dieser erkennbar bleiben (Mitchell 2011: 22). Dennoch gibt es verschiedene ZugĂ€nge, Umgangsformen, Methoden und Techniken, die bei Bedarf zur Anwendung kommen können: ‱ Verzicht auf die Veröffentlichung gefĂ€hrdender Bilder bzw. von Bildern, auf denen Menschen und Orte erkennbar sind (Barrett 2004; Schwartz 2002) ‱ Verwischungs- und Pixelierungstechniken (Hindmarsh/Tutt 2012) ‱ Verwendung von Pseudonymen (Marquez-Zenkov 2007; Mizen 2005) ‱ Visuelle Darstellungen ohne Menschen oder bestimmte Orte: Symbolbilder bzw. abstrakte Bilder (Riggins 1994) ‱ Softwareprogramme, die aus Fotos Zeichnungen oder Malereien machen (Wiles et al. 2008) Die Wahrung der AnonymitĂ€t und Diskretion wurde in allgemeinen ethischen Richtlinien eine Zeit lang fĂŒr unumstĂ¶ĂŸlich gehalten. Gillian Rose (2012) ver- weist auf die ethischen Richtlinien des Economic and Social Research Council, das 2006 noch gefordert hat, dass sĂ€mtliche Informationen ĂŒber die Teilneh- mer_innen von Forschungsprojekten durchwegs vertraulich behandelt werden und dass bedingungslos die AnonymitĂ€t aller beteiligten Personen garantiert
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Generative Bildarbeit Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
Titel
Generative Bildarbeit
Untertitel
Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
Autor
Vera Brandner
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5008-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
276
Schlagwörter
Forschendes Lernen, Fotografische Praxis, Methodik, Generative Bildarbeit, Grenzarbeit, Kulturelle Differenz, Praxeologie, Selbstversuch, Reflexive Grounded Theory, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmungen, SituationalitÀt, ReflexivitÀt
Kategorie
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