Seite - 153 - in Generative Bildarbeit - Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
Bild der Seite - 153 -
Text der Seite - 153 -
153 Abb. 46 Creative-Commons-Lizenzen
SituationalitÀt und ReflexivitÀt
âReflexion auf ,SituationalitĂ€tâ ist Reflexion ĂŒber die eigentliche Bedin-
gung der Existenz: kritisches Denken, mit dessen Hilfe Menschen
einander als ,in einer Situationâ entdecken. Nur wo sich diese Situation
nicht mehr als fest gefĂŒgte, sich abschlieĂende Wirklichkeit oder als
quÀlende Sackgasse prÀsentiert, wo Menschen anfangen können, sie
als objektiv-problematische Situation zu begreifen â nur dort kann es
Verpflichtung geben.â (Freire 1978: 91)
Die Fragen zum ethischen Handeln beim Einsatz von Generativer Bildarbeit
lassen sich nicht durch ein Set von Richtlinien bzw. Verfahren beantworten
und verallgemeinern: âPedagogy is not one-wayâ (Mitchell 2011: 16). Claudia
Mitchell bezieht sich mit dieser Aussage auf ihre Erfahrungen in Community-
Projekten, in denen fotografische Praxis und der Umgang mit ethischen
Frage stellungen bewusst als Forschungs- und Bildungsfelder betrachtet wer-
den. ReflexivitĂ€t bildet dabei die prinzipielle Basis fĂŒr gemeinsames Handeln:
âIndeed, one might argue that the cornerstone of community-based visual
research is reflexivity â the reflexivity of the research team, but also the
community and the production process.â (ebd.). Ethische Fragen hingegen
beziehen sich immer auf eine bestimmte SituationalitĂ€t und mĂŒssen in dieser
ausgehandelt werden.
âThe whole point about a situated ethics is ... that it is situated, and this
implies that it is immune to universalization. A situated ethics is local
and specific to particular practices. It cannot be universalized and
therefore any attempt to formulate a theory of situated ethics, given any
theorization strives universlity, is doomed to failure.â (Simons/Usher:
2000: 2)
WĂ€hrend Andrew Clark in diesem Zusammenhang von situated research
(Clark 2012: 30) spricht und die Prozesshaftigkeit und Kontext-AbhÀngigkeit
beim Forschen mit visuellen Methoden betont, beschreibt Marcus Banks
ein solches Vorgehen als collaborative relationship (2001: 112) und hebt
hervor, dass sich etablierte Subjekt- und ObjektverhÀltnisse beim Forschen
verÀndern. Es gilt, als Forscher_in mit den Teilnehmer_innen zu forschen,
Namensnennung Nicht kommerziellÂ
Weiter
gabe unter gleichen Bedingungen
CC BYÂ NCÂ SA
c b n a
Diese Lizenz erlaubt es anderen, Ihr Werk zu
verbreiten, zu remixen, zu verbessern und
darauf aufzubauen, allerdings nur nicht-
kommerziell und solange Sie als Urheber des
Originals genannt werden und die auf Ihrem
Werk basierenden neuen Werke unter denselben
Bedingungen veröffentlicht werden. Namensnennung Nicht kommerziellÂ
Keine Bearbeitung
CC BYÂ NCÂ ND
c b n d
Dies ist die restriktivste unserer sechs Kern-
lizenzen. Sie erlaubt lediglich Download und
Weiterverteilung des Werkes unter Nennung
Ihres Namens, jedoch keinerlei Bearbeitung oder
kommerzielle Nutzung.
Generative Bildarbeit
Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Titel
- Generative Bildarbeit
- Untertitel
- Zum transformativen Potential fotografischer Praxis
- Autor
- Vera Brandner
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5008-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 276
- Schlagwörter
- Forschendes Lernen, Fotografische Praxis, Methodik, Generative Bildarbeit, Grenzarbeit, Kulturelle Differenz, Praxeologie, Selbstversuch, Reflexive Grounded Theory, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmungen, SituationalitÀt, ReflexivitÀt
- Kategorie
- Medien