Seite - 26 - in Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
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Zunftfahnen91] aufschien. Es zeigte wie bereits erwähnt einen senkrecht stehenden
Balken mit nach rechts abzweigendem abwärts geneigtem Schrägstrich“ [l`, s.o.].92
Burgstaller und Pfeffer bezogen auch die Lage des „Haken“, seine Angrenzungen, die
vermutlich ursprünglich andere Konstellation des umliegenden Grundbesitzes, den durch
das Gelände nördlich der Donau verlaufenden Schefweg/Scheffweg,93 etc in ihre Studien
mit ein, nicht nur als Salz-Transportweg zu und von den Schiffen, sondern auch im
Einklang mit einer ideal gelegenen Gerichtsstätte und gerichtlich festgesetzten
Grenzen, wofür ua die Gerichtssäulen samt Eisendorn und ihr Aufstellungspunkt im
Hagen Zeugnis geben. An dem in einer der Hagen´schen Säulen befindliche Eisendorn
war vormals ein Ring befestigt, wo Malefikanten, also Übeltäter größerer Delikte, bis zur
Übergabe an das zuständige Landgericht bzw zur Abholung, angehängt wurden. Der
Hagen erschien Pfeffer und Burgstaller bei der Begehung als ein Gelände- und
Besiedlungs- mäßig gut vorstellbarer Teilabschnitt dieser alt- festgelegten Grenzen und
Gerichtssprengel.94
Der in Urkunden des 12. und 13. Jhs als Schefweg bezeichnete Weg durch das
Herrschaftsareal Hagen [„via dicta Schefwech“, „via quae vulgo Schefwech dicitur“, „via,
que Schefecke dicitur“, „vetus via Schefecke“ usw,95] nahm seinen Ausgang am „unteren
Ort“/ „Fleck“/ „Platzl“ am Urfahrer Brückenkopf, wo die Förgen96 mit ihren Zillen und
Fährschiffen landeten. Der weitere Verlauf wird Richtung Fischergasse und alte
Ottensheimer Straße, vorbei an Mairstorff [Halb Mairstorff wurde zB im 15. Jh stets
gemeinsam mit Hagen verlehnt] zur Höhe des Landgutes Hagen beschrieben. Von dort
führte er durch den noch erhaltenen Hohlweg 97 im Herrschaftsareal gerade bergauf,
vorbei am Bauernhof Schableder, über den Pöstlingberg nach Norden/ Nordwesten,
Götzling, Gramastetten und weiter ins obere Mühlviertel.98 Die Grenzbestätigung
(Waxenberg – Wildberg) von 1227, als der Landesfürst die Herrschaft Waxenberg (inkl.
Hagen) erwarb, erläutert: „Iste est terminus inter prouentus ac proprietates de
Waessenberch, et proventus ac proprietates episcopales de Havnsperch dictos
91 Ströbinger Gertrude, PI 22. Jänner 1998: „Zunftfahndln“, und „alte „Haus- Namens- Tafeln mit dem
verkehrten senkrechten Einser“ befanden sich auf dem Dachboden des Schlosses Hagen, wurden mit dem
Schloss "entsorgt". Reder Walter, PI 3. Februar 1999: Ludwig Pruscha hatte Zeichnungen der Zunftfahnen
angefertigt. Univ. Prof. Dr. Helmut Pruscha, Enkel L. Pruschas, PI 25. August 2006: Leider sei alles im Zuge
der Verlassenschaftsräumung von der Haushälterin des Großvaters „entsorgt“ worden.
92 Burgstaller (/Pfeffer), PI 23. September 1998. Goffitzer, PI 21. November 2002: Er habe sich intensiv mit
den Runen-Alphabeten beschäftigt, bei diesem Zeichen handle es sich eindeutig um eine Rune, jene für
Wasser, Quelle "lagus": > Hagen liege an der Donau und besaß Quellen, Bäche. Schäffer, Merkwürdiges
aus dem Hagen/Linz; Schäffer, Schloß Hagen bei Linz. Vgl Wilhelm Friedrich, Von alten Gerichtsstätten. In :
Tagespost Nr. 167, vom 22. Juli 1935.
93 In der Wildberger Urkunde von 1198 als „schefwech“ bezeichnet: Handel-Mazzetti, Wildberg, 4a, 44f. AStL
LR A1a, 43/88, 1198, 1227. OÖLA, A Stbg, Sign. 1, 1198 23/6 > 1245. Boshof, PR, II, 94/1532. Katzinger,
Markt/Maut, 54. Durch den Hagen verlief der Hell-Weg >Höllweg > die Haunsperger Straße: Das
Salzburgische Geschlecht der mächtigen Haunsperger verführte das Salz von Hallein > Inn > Donau > Linz
(sie waren bis 1206 im Besitz der Ansiedlung Linz, dann Verkauf an den Landesfürsten Leopold VI.) > via
Wildberg (Haunsperger Burg im Haselgraben) nach Böhmen. Schäffer, Adelsgeschlechter Hagen,
Haunsperg x. In Niederbayern wird der Begriff Schefweg mit Salzweg, Saumsteig, Weg zu den Schiffen
gleichgesetzt, sei keine Fahrstraße gewesen. Im 16. Jh erhielt er dort die Bezeichnung „Goldener Steig“ im
Hinblick auf das kostbare Salz. Auf diesem Weg wurde das Salz über Passau durch den "Nordwald" nach
Böhmen transportiert.
94 Burgstaller, PI 3. Februar 1999. Auch Ansicht Wacha´s, PI 21. Dezember 2004; Mezler-Andelbergs, PI 28.
Juni 1999. Eisenrest etwa in halber Höhe der rechten Säule (siehe Plan/Foto).
95 Pfeffer, Altwege, 155. Laut Burgstaller, PI 12. November 1997, bedauerte Pfeffer, die Wege im Bereich
des Hagen für seine Studie über die Altwege nicht intensiver erforscht zu haben (Zeitproblem).
96 Auch Ferge, Färge, Förge = Fährmann.
97 Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/ Linz, 7f.
98 Pfeffer, Altwege, 156f. Pfeffer, Fernstraßen, 527: Der Linzer Schefweg sei bereits 1154 erwähnt worden.
Schäffer, GHft Hagen/Linz, Bd I. Schäffer, Adelsgeschlechter Hagen, Wallsee. Schäffer, Lehenträger Hagen.
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
- Titel
- Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
- Autoren
- Hanna Schäffer
- Herbert Schäffer
- Verlag
- Eigenverlag Schäffer
- Ort
- Linz
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 64
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918