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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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Begriffs ,Trivialroman‘ verweist zwar auf die zeitgenössisch imEntstehen begriffeneErforschung vonDistributionswegen,Publikumswirkungund sozialerVerortungderLeserschaft,die,dasienichtaufästhetischeAspekte als Auswahlkriterium angewiesen ist, gerade anhand trivialer Massenli- teratur erprobtwurde. ImBuch selbst gingThalmann aber nicht darauf ein.51 Trotz derVereinigung der zeitgenössisch zerklüfteten literaturwissen- schaftlichen Forschungsansätze oder aber gerade wegen der Uneindeu- tigkeit der methodischen Zuordnung widmete die akademische Fachöf- fentlichkeit der Habilitationsschrift Marianne Thalmanns – ganz im Unterschied zu ihren anderen, in den 1920er und 1930er Jahren veröf- fentlichten Büchern – so gut wie keine Aufmerksamkeit. Weder Josef Nadler, um dessen Interesse sich Thalmann auch persönlich bemühte,52 noch die Literatursoziologen haben sich zu ihrem Buch geäußert. Der einzigeFachvertreter,derdieStudie rezensierte,warRudolfUnger,der ihr inseinenForschungsberichtenzurRomantikzweimaleinigewenigeZeilen widmete. Darin würdigte er Thalmanns „literargeschichtliche Arbeits- weise“, die es ihr ermöglicht habe, ihren „Gegenstand unter demAspekt eines fortlaufenden, sozusagen nur durch gewisse Stromschnellen oder Stauwehre in seiner kontinuierlichen Bewegung veränderten Flusses“ zu sehen.53Es fehlte ihmaber die „Synthese“54, d.h. eine „weitere geistesge- schichtliche Auswertung undVertiefung der Ergebnisse“55, sodass er das Buch trotz der geistesgeschichtlichenKontinuitätsannahmewieder in die Näheder ,alten‘ Philologie rückte undals „ungemein fleißige[ ] und zum Nachschlagen oder als Vorarbeit sehr nützliche[ ], aber doch etwas re- pertorienhafte[ ]Analyse“56bezeichnete.VoneinemVertreterdieser,alten‘ Philologie ist ebenfalls eine Einschätzung erhalten. August Sauer, der Studien- undGenerationskollege von JakobMinor, des einzigen univer- sitären Romantikforschers des 19. Jahrhunderts, stand demBuch aber – trotz derAnempfehlung seines Freundes undThalmannsGrazerUniver- 51 EineeingehendeKritik(bzw.Verurteilung)vonThalmannsStudiehinsichtlichder Erforschung trivialer Literatur findet sich beiVoges:AufklärungundGeheimnis (1987), S. 285–289. 52 Brief von Thalmann an Nadler vom 20. März 1923; ÖNB, Handschriften- sammlung, 409/30–1. 53 Unger:VomSturmundDrang zurRomantik (1928), S. 151. 54 Unger:VomSturmundDrang zurRomantik (1928), S. 151. 55 Unger:VomSturmundDrang zurRomantik (1928), S. 73. 56 Unger:VomSturmundDrang zurRomantik (1928), S. 151. III.1. Darstellung statt Erkenntnis? 157
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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