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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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Autoren, Schreibbedingungen, Rezeptions- oder Editionsverfahren ge- knüpft, zielte also insgesamt nicht auf die Etablierung derVerfasserin im FeldderPhilologie.VielmehristderTextdurcheine(Selbst-)Transkription in zumindest ein anderesFeldmotiviert: indie konservativeKulturkritik, dieKulturphilosophie, das gehobeneFeuilleton;107 also indaswilde, aber renommeeträchtigeFeldderWelterklärungs- bzw.Weltanschauungstexte, das zeitgenössisch auch viele andere germanistischeKollegenwieHerbert Cysarz,RudolfUnger,FriedrichGundolf,HarryMaync,FranzKoch,Max Kommerell, Hermann August Korff und Oskar Walzel bedienten.108 Thalmann führte damit einVorgehenweiter, das bereits in ihrerHabili- tationsschrift angelegt war, das der Literatur die denkbar schwächste Po- sition als Anlass beimaß und als letzte Dekompositionserscheinung der germanistischenGeistesgeschichte gelesenwerden kann.109 III.3.WienerKarriere undWeggang in dieUSA Die StudieDie Anarchie im Bürgertumwar Thalmanns letzte Veröffent- lichung, bevor sie nach achtjähriger Privatdozentinnentätigkeit zum Wintersemester 1933 die Wiener Universität verließ und in die USA emigrierte. An der Wiener Germanistik war mit der Berufung Josef Nadlers 1931 ein erklärter Gegner der Geistesgeschichte und –wie sich innerhalb kürzesterZeit herausstellen sollte – auch einGegnerMarianne Thalmanns zum Leiter der neugermanistischen Abteilung bestimmt worden.Hatte sichThalmannwenige Jahre zuvornochumeineNähe zu Nadlerbemüht, ihm1923 ihreHabilitationsschriftDerTrivialromanund 107 RichardNewald stellte schon inBezug auf ThalmannsTextGestaltungsfragen der Lyrik(1925)fest,dassThalmanns„Schreibart[…]subjektiv“sei,sieeine„Neigung zu phrasenhaftenBildungen“und „bildhaft unverständlichen Sätzen“ habe; ihre Studie„geistreich,miteinemandernWortjournalistisch“,also„nichtmehralseine Plauderei“ sei.Newald:MarianneThalmann,GestaltungsfragenderLyrik [Rez.] (1926), S. 114–115. 108 Franz Schultz bemerkte bereits für die Zeit ab 1890, dass nunmehr „die ,Welt- anschauung‘, die vonScherer undden seinen inVerruf getanwar, dasObjektder literaturwissenschaftlichen Behandlung wurde“. Schultz: Die Entwicklung der Literaturwissenschaft vonHerder bisWilhelmScherer (1930), S. 42. 109 Albert Köster konstatierte 1922, dass es sich bei der Geistesgeschichte um eine „Zeitkrankheit“handle,diedazuführe,dass„jederHansundjedeGretedurchihre spielereimit einpaarproblemenundbegriffen einkleinerDiltheyunddurchdie verhunzung unserer muttersprache schon ein kleiner Simmel zu sein“ meinte. Köster:KurtGassen, Sybille Schwarz [Rez.] (1922), S. 150. III.3.Wiener Karriere undWeggang in dieUSA 175
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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