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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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IV.1.Altertums- undGermanenkunde – RudolfMuch (1862–1936) Bei Rudolf Much, in dessen GravitationsbereichWeiser studierte, pro- movierteundsichhabilitierte,handeltees sichumeinenGermanisten,der dem zeitgenössischen Bedürfnis nach einer lebensumfassenden, deutsch- nationalenAusrichtung deswissenschaftlichenFeldes und seinerAkteure entsprach.20Amtreffendsten,wennauch–nichtnurgenrebedingt–ohne kritischeDistanz, formulierte dies 1937 sein erfolgreichster SchülerOtto Höfler in einemNachruf.HöflernenntMuchdarin „eine scharf geprägte Führergestalt“ der „deutsche[n] Germanistik“ und bezeichnet ihn als „Philologe[n] von jener Art, deren Hochbild wir in JAKOB GRIMM verehren“.21Der Vergleichmit JacobGrimmbedeutete fürHöfler, dass RUDOLFMUCH[…]einer vondenen [war], die sichnichtnurumWorte undWörterbemühen, sonderndienachdemlebendigenLogos forschenund ihmalsganzeMenschendurcheinvike¸mverbundensind.Unddassollte jader SinnunsererWissenschaft sein. MUCHhatdenLogosnicht imAbstraktengesucht, sondern indenDingen. […] Damit aber ist ihm seine Philologie in notwendiger Entwicklung zu einem lebendigen Teil der Geschichte geworden. In einer Epoche, deren Geisteswissenschaft sonstmeist geblendet war von den abstrakten Erkennt- nisidealen des sog. „naturwissenschaftlichen“Denkens, istMUCHunbeirrt Historiker geblieben. IhmwarGermanistik zuletzt dieWissenschaft vonden Germanen und vomdeutschenVolk.22 WennHöfler1937wieder auf JacobGrimm,einender,Gründungsväter‘ derUniversitätsgermanistik, rekurrierte, die ,abstrakte‘Naturwissenschaft in der Philologie anprangerte und wie selbstverständlich dieMuch’sche Germanistik als „Wissenschaft von den Germanen und vom deutschen Volk“definierte,dannistzunächstanWilhelmScherersGrimm-Buchvon 1865/1885zudenken.23DiehieraufMuchangewendetenCharakteristika 20 Explizit zuRudolfMuch,dessenForschungstätigkeitund-erfolg einigesüberden ,deutschen‘GeisteszustandimerstenDritteldes20.Jahrhundertsaussagen,gibtes wenig Sekundärliteratur.Das ist umsobedauerlicher, als es gerade anhand seiner Personmöglichwäre, darzustellen,wiedie ,alldeutschen‘ Intellektuellen agierten, ohne damit in das Dilemma zu geraten, seine Tätigkeit ausschließlich auf den nachkommenden, staatspolitischen Nationalsozialismus beziehen zu müssen. Much starb am 8.März 1936, also zwei Jahre vor dem ,Anschluss‘ Österreichs. 21 Höfler: RudolfMuch [Nekrolog] (1937), S.VII. 22 Höfler: RudolfMuch [Nekrolog] (1937), S.VII–VIII. 23 Scherer: JacobGrimm(1865);ders.: JacobGrimm(1885).–FürdiesenHinweis danke ichWernerMichler, Salzburg. IV.1. Altertums- undGermanenkunde 187
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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