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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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sprünglichen‘,zum,Urgermanischen‘ging,nichtmöglich.84Zuletztentzog Weisermit ihrer akademischenArbeit die zeitgenössisch äußerst populäre BeschäftigungmitdeutschenAlltagsbräuchendemDilettantismusdiskurs, gegenden sichMuch immerwieder zurWehr setzte.85 AuchderZweitgutachter,derEthnologeArthurHaberlandt,beurteilte die Arbeit äußerst positiv, er unterstrichWeisers „gründliche[ ] Beherr- schungderLitteratur“undhobihre„stets logischeundklareVergleichung“ hervor.86 Inder vonMichaelHaberlandt, demVaterArthurHaberlandts, herausgegebenenWienerZeitschrift fürVolkskundezeitigtedieDissertation ebenfalls eine kurze Notiz. Darin wird aber weniger die akademische Leistung als vielmehr die ,Alltagstauglichkeit‘ der Arbeit gelobt, wenn es heißt,dass„[b]eidemregen,geradeheuteinDeutschlandhinsichtlich[…] seiner alten Bräuche zeigenden Interesse“ das Buch „demGelehrten wie demLaien […]besonders auchdannwillkommenseinwird,wennes sich darumhandelt, beiWeihnachtsfestlichkeiten einschlägiges Stoffgebiet zu verwerten“.87 LilyWeiser selbst setzte sichmit demThemaWeihnachten ihr ganzes Leben lang auseinander. In ihrer Publikationsliste finden sich bis in die 1960erJahre–nebenihrerDissertation–zehnAufsätze,einLexikonartikel und vier Rezensionen dazu.88Vor 1945 ging es ihr darin, auchwenn sie anders als die ihr nachfolgendenMuch-Schüler ab und an Zweifel an- meldete,89 doch zumeist um eine „germano-esoterische Psychologisie- rung“, also um eine antichristliche „Neudeutung kultureller Erscheinun- 84 VondenGermanenkundlernwurdeauchdeshalballes ,Nordische‘als ,germanisch‘ angenommen, weil die Skandinavier auf bedeutend mehr schriftliche Quellen zurückgreifenkonnten.Umgekehrtwardas jedochnichtunbedingtderFall.Vgl. See:Das ,Nordische‘ inderdeutschenWissenschaftdes20. Jahrhunderts (1983); ders.,DeutscheGermanen-Ideologie (1970). 85 Vgl. u.a.Much:Mondmythologie undWissenschaft (1941/1942). 86 GutachtenvonArthurHaberlandtüberdievoncand.phil.vorgelegteDissertation von ElisabethWeiser vom 15. Juni.1922. UAW, Phil. Fak., Rigorosenakt 5387 ElisabethWeiser. 87 [Anonym:] LilyWeiser, Jul [Rez.] (1923), S. 96. 88 Verzeichnisse vonWeisers Publikationen finden sich beiNiem: LilyWeiser-Aall 1898–1987 (1998), S. 46–52; Kvideland: Lily Weiser-Aall 85 Jahre (1983), S. 256–261. 89 In ihrem Beitrag zur Festschrift von John Meier meinte sie 1934, dass der Weihnachtsbaum„wedereinWintermainocheinübelabwehrenderBaum“sei. Im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens von 1941 führte Weiser die weih- nachtlichen Bräuche aber wieder auf altgermanische Zeit zurück. Weiser: Zur Geschichte desWeihnachtsbaumes (1934), S. 8; dies.:Weihnacht (1941). IV.2. Volkskunde existiert nur als Germanenkunde 205
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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