Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lehrbücher
Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Seite - 206 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 206 - in Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)

Bild der Seite - 206 -

Bild der Seite - 206 - in Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)

Text der Seite - 206 -

gen“.90DieseUmkodierung europäischer Bräuchewar, wie auch die Re- zension in der Zeitschrift für Volkskunde nahelegt, nicht nur ein akade- misches Interesse, sondern vor allemauch ein zeitgenössisches Bedürfnis, das darauf abzielte, denLebensalltag im ,alldeutschenHaus‘ zu gestalten. Nach1945änderteWeisernichtihrenForschungsschwerpunkt,nurdessen Vorzeichen, indem sie – zumindest nach außen – die „germanischen Wurzeln […] [ ]kappt[e]“91 und sich auf weihnachtliche Spezial- und Einzelerscheinungenwie dasWeihnachtsstroh, dieWeihnachtsziege oder dieWeihnachtskarten konzentrierte. IV.3.ArchaischePotenzfeiernalsUrsprungderdeutschenKultur– Altgermanische JünglingsweihenundMännerbünde (1927) Anders als dasWeihnachtsthema, das LilyWeiser nicht nur in ihrerDis- sertationbehandelte, sonderndasauchinihrenweiterenForschungenüber Jahrzehnte hinweg immer wiederkehrte, zeugt dieWahl ihresHabilitati- onsgebietsAltgermanische Jünglingsweihen undMännerbündenicht unbe- dingt von einem nachhaltigem Interesse derWissenschaftlerin. Vor Er- langungderVeniaLegendi1927beschäftigte sichWeisernichtmitdiesem Thema, sondernmitFragenderBrauchtumspflege,derbäuerlichenSitten undmit dem germanischen Volksglauben und übersetze volkskundliche Arbeiten aus demSchwedischen. Aber auch nach ihrerHabilitation ver- folgteWeiser dasMännerbundthema, obwohl dieses zusehends anAttrak- tivität gewann, nichtmit eigenenForschungenweiter. In ihrerVeröffent- lichungsliste, die immerhin bis 1976 reicht, finden sich dazu nur zwei Rezensionen: 1932 zuKurtMeschkes Schwerttanz und Schwerttanzspiele im germanischen Kulturkreis und 1934 zu Otto Höflers Kultische Ge- heimbünde der Germanen.92 Trotzdem ist es gerade ihre Habilitations- schrift,dievonallenVeröffentlichungenLilyWeisers fachgeschichtlicham interessantesten erscheint und die sowohl zeitgenössisch als auch in der Forschungsliteratur die meisten Reaktionen hervorrief.93 Doch worum 90 Wallnöfer: Spirituelles,Mythologisches, Psychologisches (2008), S. 74. 91 Niem:LilyWeiser-Aall 1898–1987 (1998), S. 15. 92 Weiser: Kurt Meschke, Schwerttanz und Schwerttanzspiele im germanischen Kulturkreis [Rez.] (1932); dies.:OttoHöfler, KultischeGeheimbünde derGer- manen [Rez.] (1934). 93 Vgl. u.a. die weiter unten zitierte Literatur, außerdem (in Auswahl)Much: Lily Weiser, Altgermanische Jünglingsweihen undMännerbünde [Rez.] (1928); Peu- ckert:Geheimkulte (1951). –Der antisemitische und faschistischeReligionswis- IV. LilyWeiser (1898–1987)206
zurück zum  Buch Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)"
Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Germanistik in Wien