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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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erlicheAngelegenheit“handelte,„diedenjungenMannzumStaatsbürger“ erhob; drittens, dass sich dieser durch seineKleidungund seinHaar von den anderen unterschied; und viertens schließlich, dass „die jungen Männer einen Verband stets kampfbereiter Krieger“ bildeten, wie es bei „Völkern, die häufig Krieg führen“, eben immer der Fall gewesen sei. (Weiser 1927, 32) Als Beispiel behandeltWeiser zunächst die „Chattenkrieger“, die in Kapitel 31derGermaniabeschriebenwerden:Diese lassen sichHaarund Bartwachsenund schneiden sie erst,wenn sie einenFeindgetötet haben, Ähnlichesgilt füreineneisernenRing,densie tragenmüssenundvondem sie auch erst nach derTötung eines Feindes befreit werden.DieChatten eröffnenalleKämpfe, sindunverheiratetundkämpfen,bis sie sterbenoder alt sind.102Diese „mitgeteilten Tatsachen“ sind lautWeiser in ihrer „Be- deutung für die germanische Jünglingsweihe noch nicht klar gewürdigt worden“.Die„Sitte, indemverwildertenZustandzuverharren“,wieauch dasTragendesRings deutetWeisermitKarlMüllenhoff so, dass sich die Krieger damit „weihen, und zwar,wieman annehmenmuß, demKriegs- oderTotengotte; bei denChattenwar esWodan“. (Weiser 1927,34–35) WiedieseWeiheaussah,unddassessichbeimHaarewachsenlassenumden zweitenTeil,denHauptteilder Jünglingsweihe, alsoumdieZwischenzeit, handelt, siehtWeiserdurchParallelstellungzweierGrimm’scherMärchen, nämlich „DesTeufels rußiger Bruder“ (Nr. 100) und „DerBärenhäuter“ (Nr.101),alsbewiesenan. InbeidenMärchengehteinarmerSoldateinen BundmitdemTeufelein,der ihmverspricht, reichzuwerden,wennerein paar Jahre in derHölle ausharrt und sich weder wäscht noch dieHaare schneidet. Der Teufel, dem sich die Soldaten weihen, istWeiser zufolge Wodan, durch denVertragmit ihm „sind alle dieseMenschen in einem Ausnahmezustandund gehören einer anderenWelt als der gewöhnlichen 102 Der lat. Text lautet: „Et aliis Germanorum populis usurpatum, raro et privata cuiusque audentia, apud Chattos in consensum vertit, ut primum adoleverint, crinembarbamquesummittere,necnisihostecaesoexuerevotivumobligatumque virtuti oris habitum. super sanguinem et spolia revelant frontem, seque tumde- mumpretia nascendi rettulisse dignosque patria ac parentibus ferunt; ignavis et imbellibusmanet squalor. fortissimus quisque ferreum insuper anulum (ignomi- niosum id genti) velut vinculum gestat, donec se caede hostis absolvat. plurimis Chattorumhic placet habitus, iamque canent insignes et hostibus simul suisque monstrati. omnium penes hos initia pugnarum; haec prima semper acies, visu nova;namneinpacequidemcultumitioremansuescunt.nullidomusautageraut aliqua cura: prout adquemque venere, aluntur, prodigi alieni, contemptores sui, donec exsanguis senectus tamdurae virtuti impares faciat.“ Schwyzer/Schweizer- Sidler: Tacitus’Germania (1923), S. 74–75. IV. LilyWeiser (1898–1987)212
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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