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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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OffensichtlicheUnterschiede dieser beidenVertretungsinstanzen ger- manischerKontinuität zeigen sich in ihremöffentlichenAuftretenbzw. in ihrem,Sendungsbewusstsein‘.Die,Mythologen‘sahensich–imGegensatz zudenMuch-Leuten,diebis1933/1938peinlichstdaraufbedachtwaren, nur innerhalbderGrenzenderuniversitärenWissenschaft zuagieren–als Erzieher und Former der deutschen Jugend. Hüsing und ein weiterer AnhängerLeopold vonSchroeders,WolfgangSchultz124, gründeten1918 denuniversitärenLehrgang ,DeutscheBildung‘, der seineTeilnehmer aus Akademikern,LaienundvorallemausdenJugendbewegungen,besonders dem,Wandervogel‘,bezog.125BeidiesemLehrganggingesdarum,wiedie nationalsozialistische Zeitschrift Volk und Rasse 1936 anerkennend fest- stellte, „für die völkische deutsche Jugend der Bünde und der Studen- tenschaft die geistigen Waffen für den Weltanschauungskampf [zu] schmieden“,da „nurdasVolkdenAnstürmenstandhaltenwerde,das sich seiner rassischen Kraft und seiner völkischen Geschichte ganz bewußt sei“.126DasBemühenumeinemöglichst hoheBreitenwirkungkannman auch zweiweiterenVertreternderWiener ,Mythologen‘zuschreiben,Karl vonSpießundEdmundMudrak.Spieß,der1903inWienzumBotaniker promovierte, leitete denLehrgang ,DeutscheBildung‘ von1928bis 1938 und holte durch seine Beziehungen zu Josef Strzygowski, der seit 1909 Professor fürKunstgeschichte an derWienerUniversität war, die Kunst- historikermit insBoot.EdmundMudrak, derbeiHüsingundSchroeder studierte und als seine drei Bezugspunkte die Rassenkunde, Wilhelm Heinrich Riehls Volkskunde undGrimmsMythologie ansah, stellte Be- ziehungen zur Stadtverwaltung her: Er war bis 1943 Beamter im Kul- turamt der StadtWien. Bescheiden und nüchtern nimmt sich dagegen die dritte Bewerber- gruppeumdieuniversitäreVolkskunde inWienaus.MichaelHaberlandt studierte bei dem Sprachwissenschaftler Friedrich Müller und dem In- 124 Wolfgang Schultz (1881–1936) studierte Klassische Philologie in Wien, pro- movierte 1904,musste als früherNationalsozialist 1923Österreich verlassenund wurde ohne Habilitation 1934 Professor für Germanische Weltanschauung am Lehrstuhl für Philosophie inMünchen. Vgl. Bockhorn: Von Ritualen,Mythen undLebenskreisen (1994), S. 496. 125 Bockhorn:VonRitualen,MythenundLebenskreisen (1994), S. 495. 126 [Anonym:]WolfgangSchultzzumGedächtnis(1936),S.443.–Die,Mythologen‘ waren imNationalsozialismus im,AmtRosenberg‘tätig,während sichdieMuch- Leute imideologiebildendenKonkurrenzunternehmenAhnenerbehervortaten.Zu dieser Konstellation vgl. Olaf Bockhorn: „Mit all seinen völkischen Kräften deutsch“ (1994). IV.4. Konkurrenzen undNetzwerke 219
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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