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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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für Volkskunde für ArthurHaberlandt.138Während die Auseinanderset- zungen um die Bezeichnung der Venia Legendi von ArthurHaberlandt zwarnichtunbedingt in seinemSinneverliefen,aberdochrelativ raschein Ergebnis zeitigten, so führte dieser erneute Versuch, die universitäre Volkskunde inRichtungEthnographie zu ziehen, zu ungewöhnlich lang- wierigen Verhandlungen und schließlich zur wissenschaftlichenDenun- zierung Arthur Haberlandts, was sich bereits in der ersten Sitzung der Kommission am 26. Februar 1923 ankündigte: Das einzige Kommissi- onsmitglied, das für Haberlandt eintrat, war der Klassische Philologe Ludwig Radermacher, der es wichtig fand, dass „Volkskunde an d.Uni- versität gelesenwerde, wie inDeutschlandVk. gelesenwird“. Er äußerte „keine Bedenken gegen Lehrauftrag“, da er der Meinung war, dass das Professorenkollegium sonst „keinen Ersatz“ gefunden hätte.Die anderen Professoren bescheinigtenHaberlandts Arbeiten aber „große[ ] Flüchtig- keit“und attestierten ihnen, dass sie in ihrer „historische[n] Zusammen- stellungnichtgenügend“ seien. Amvehementesten gegenHaberlandt tra- ten Rudolf Much und sein Gesinnungsgenosse bei der Deutschen Gemeinschaft, der Prähistoriker OswaldMenghin, auf: Much hielt Ha- berlandts Veröffentlichungen nicht nur für „nicht reif genug“, sondern bezeichnetesiesogarals„ärgerniserregend“,vorallembeanstandeteer,dass Haberlandt „keine histor. und sprachw. Bildung [hatte], die genügte“ – und die in Muchs Verständnis nur ein Germanist aufbringen konnte. Menghinschlug indieselbeBresche:„IndeutscherVolkskundefehlen ihm dieVoraussetzungen […].“DieVerhandlungwurde daraufhin auf unbe- stimmteZeit vertagt.139 Bis zur nächsten Zusammenkunft verging fast ein ganzes Jahr. Am 22. Jänner 1924 beschloss die Kommission, dass ArthurHaberlandt der Titel eines außerordentlichenProfessors verliehenwerden sollte, über die Verleihung eines Lehrauftrags wurde aber nicht verhandelt, mit der Be- gründung, dass „beiAbwesenheit v.Much“ keineEntscheidung getroffen werden könne.140Much schien sich seiner Sache sicher gewesen zu sein, dennerhatte sich erst amselbenTag fürdieSitzungmit einemSchreiben entschuldigt, indemeranmerkte,dass erwegendieser „Zwischenfälle“für 138 Antrag andasDekanat der philosophische Fakultät für dieVerleihung desTitels einesExtraordinariusanArthurHaberlandtvom13.Dezember1922;UAW,Phil. Fak., Zl. 378 ex 1922/23, PA1843ArthurHaberlandt. 139 AlleZitate:ProtokollderKommissionssitzungvom26.Februar1923;UAW,Phil. Fak., Zl. 378 ex 1922/23, PA1843ArthurHaberlandt. 140 ProtokollderKommissionssitzungvom22.Jänner1924;UAW,Phil.Fak.,Zl.378 ex 1922/23, PA1843ArthurHaberlandt. IV.4. Konkurrenzen undNetzwerke 223
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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