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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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„Weg einem anderen [zu] versperren“.144ArthurHaberlandt schien nach über drei Jahre andauernden Auseinandersetzungen sein Ziel erreicht zu haben, nur das Ministerium spielte nicht mit und verweigerte im No- vember 1925mit Hinweis auf die finanzielle Lage des Staats einen be- zahltenLehrauftrag.145 Während sich die Haberlandt-Fraktion noch um einen Lehrauftrag bemühte, hatte sichRudolf Much schon darumgekümmert, den „ande- ren“, dem „der Weg“ nicht „versperrt“ werden sollte, zu finden. Ganz einfach kann das jedoch nicht gewesen sein, daMuchMitte der 1920er Jahre zwar einen immer größer werdenden Studierendenkreis um sich scharte, aber erst mit einem einzigen habilitierten Schüler aufwarten konnte.Dieser SchülerwarAntonPfalz, der sich 1919 fürGeschichte der deutschen Sprache und der älteren deutschen Literaturhabilitiert hatte,mit einer volkskundlichenAusrichtungderGermanistikaber eigentlichnichts anfangen konnte.146Dessen ungeachtet beantragteMuch (mitUnterstüt- zungvonWaltherBrechtundDietrichKralik)am5.November1925,also noch bevor der Lehrauftrag für ArthurHaberlandt offiziell vomMinis- terium abgelehnt worden war, für Pfalz einen systemisierten volkskund- lichen Lehrauftrag imUmfang von drei Stunden.147Die daraufhin ge- bildeteKommission trat bereits am27.November 1925 zusammen und musste vonMuch vorher informell zusammengestellt worden sein, denn ihr gehörte kein einzigerVertreter oderUnterstützerder konkurrierenden volkskundlichen Richtungen an. Sie bestand zum Großteil aus Muchs Kollegen am Institut für Germanistik.148 Angesichts dieser Zusammen- setzung verwundert es nicht, dass ohneDiskussion, in nur einer einzigen Sitzung, einstimmig beschlossen wurde, für Pfalz einen Lehrauftrag für 144 Alle Zitate: Sitzungsprotokoll vom23.Mai 1925;UAW, Phil. Fak., Zl. 607 ex 1925, PA1843ArthurHaberlandt. 145 Vgl.BriefdesDekansderphilosophischenFakultätandasBundesministeriumfür Kultus undUnterricht vom 14.November 1925; UAW, Phil. Fak., Zl. 607 ex 1924/25, PA1843ArthurHaberlandt. 146 AntonPfalzhatte sich1919mitderArbeitSuffigierungderPersonalpronomina im Donaubairischen,Reihenschritte imVokalismushabilitiertundbeschäftigte sichvor allemmit österreichischenundbayerischenDialekten. 147 Antrag vonWalther Brecht, Dietrich vonKralik undRudolf Much an die phi- losophischeFakultät vom5.November1925;UAW,Phil.Fak.,Zl. 242ex1925/ 26, PA2872AntonPfalz. 148 DerKommissiongehörtendieGermanistenRobertFranzArnold,WaltherBrecht, EduardCastle,MaxHermann Jellinek undRudolf Much sowie derMineraloge Friedrich Johann Becke, der Romanist Karl Ettmayer, der Linguist Paul Kret- schmer undderAnglistKarl Luick an. IV.4. Konkurrenzen undNetzwerke 225
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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