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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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DeutscheMundartenforschung und Volkskunde zu beantragen.149Und tat- sächlich bewilligte dasMinisteriumbereitsmit Entscheid vom11.März 1926 den Antrag der philosophischen Fakultät – von der angespannten staatlichenFinanzlagewar nichtmehr dieRede.150AntonPfalz, derDia- lektforscher, war damit der erste offiziell vomMinisterium eingesetzte Lehrende derVolkskunde anderUniversitätWien. Die öffentliche Aufregung über diese wissenschaftlich nicht be- gründbare Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Michael Ha- berlandt reagierte bereits in der darauffolgenden Ausgabe der Wiener Zeitschrift fürVolkskundemit einer heftigenKritik: Esmußdazununallerdingszunächst festgestelltwerden,daßProf.Dr.Anton Pfalz im eigentlichen Arbeitsbereich der wissenschaftlichen Volkskunde überhaupt und so auch der deutschen Volkskunde […] bisher mit keiner Leistunghervorgetreten ist.Undwarbisherdavonöffentlich abzusehen, daß der genannte Vertreter der Wiener Germanistik in einer ganz auffälligen Oratio pro domo (im Rahmen eines am 24. Februar d. J. im Verein der Germanisten an derUniversitätWien gehaltenenVortrages) [–] nicht ohne persönlich verletzende Bemerkungen – das wissenschaftliche Zusammenar- beitenmitdemKreise umdasWienerMuseumfürVolkskunde abgetanhat, sofern er sich zu der Behauptung verstieg, nur derGermanist könne inwis- senschaftlichemSinneVolkskundebetreiben, somußnundochallenErnstes die Frage erhobenwerden, obLaut- undWortforschung auf demGebiet der österreichischenMundarten, wie sie dieser Forscher vertritt, als ein „Haupt- gebiet derVolkskunde“angesehenwerdenkann.151 Haberlandtbestrittweiters, dass sich „dasArbeitsgebiet der germanischen Philologie auch nur entferntmit demArbeitsgebiet selbst der deutschen Volkskunde, geschweige der Volkskunde überhaupt“ decke, und zielte damit auf dem Umweg über Pfalz auf Much, der in den einzelnen Kommissionssitzungen immer die Ansicht vertreten hatte, dass nur ein philologisch geschulter Wissenschaftler auch Volkskundler sein könne. Haberlandt machte sich in seinem Artikel für die Selbständigkeit der VolkskundealsDisziplinstarkunderklärte,dassdiese„aufdemGebietder materiellenKultur […]vollkommenaufeigenenFüßensteh[e]“,wodurch sie „in Oesterreich zu jener umfassenden und methodisch fundierten 149 Protokoll der Kommissionssitzung betreffend die Verleihung des Titels eines Extraordinarius und Lehrauftrages an den PrivatdozentenDr. Anton Pfalz vom 27.November1925,UAW,Phil.Fak.,Zl.242ex1925/26,PA2872AntonPfalz 150 BriefdesMinisteriumsfürUnterrichtandasDekanatderphilosophischenFakultät vom26.März1926;UAW,Phil.Fak.,Zl.242ex1925/26,PA2872AntonPfalz. 151 MichaelHaberlandt: Zur Stellung derVolkskunde im akademischenUnterricht (1926), S. 75. IV. LilyWeiser (1898–1987)226
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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