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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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Resümee 1933war die erste Phase der Privatdozentur von Frauen an derWiener Germanistiknachnurzwölf JahrenwiederzuEnde.LilyWeiserwar1928 nachOsloausgewandert,ChristineTouaillonimselbenJahrgestorbenund Marianne Thalmann emigrierte 1933 in die USA. EineNachfolge oder Kontinuität in der Lehr- undForschungstätigkeit vonWissenschaftlerin- nen am Institut für Germanistik bildete sich nicht. Erst 1955,mehr als zwanzigJahrespäter,wurdemitderAltgermanistinBlankaHoracekerneut einerWissenschaftlerin dieVenia Legendi verliehen. Dass inden1920erJahrenüberhauptdreiFrauendemLehrkörperder Wiener Germanistik angehören konnten, hing mit einer besonderen Konstellation, d.h. mit der Gemengelage tiefgreifender institutioneller, fachlicher und personalpolitischer Veränderungen zusammen.Gerade zu dieser Zeit kam es an derWienerGermanistik zu einemBruch der pro- fessoralen Erbfolge und des germanistischen Schulzusammenhangs, zu einer krisenhaft erfahrenen Konfusion und Differenzierung der wissen- schaftlichen undmethodischen Ausrichtung des Fachs, zu einembedeu- tendenPrestigeverlustderPrivatdozenturundzueinerVervielfachungder Studierendenzahlen.DasZusammentreffendieserVeränderungen,die für sich genommen keinen oder nur geringenEinfluss auf dieGeschlechter- verteilunganderUniversität hatten,bestimmte,wie gezeigtwurde,durch seine Gleichzeitigkeit die Positionierungsmöglichkeiten und die Aner- kennung vonFrauen imWissenschaftsbetriebwesentlichmit. Zunächst ließ sich feststellen, dass die Lehrstuhlbesetzungen an der WienerGermanistik nach einer Konsolidierungsphase, die von 1848 bis 1868 dauerte, einem klaren Berufungsmechanismus folgten.Dabei wur- densowohldieProfessuren fürdasneuerealsauchfürdasältereFachnach denselben Kriterien besetzt: In beiden Fachbereichen wurde der Nach- folger vomjeweiligenVorgänger gezielt ausgesucht, erhatte inWienoder an einer anderen Universität bei Wilhelm Scherer studiert, musste Österreicher sein und einem von der Fakultät vertretenen Konzept der schulischenKontinuität entsprechen, das die wissenschaftliche und ethi- scheAusrichtungaufphilologischePrämissendesFachsmiteinschloss.Bis zumJahr1912standendamitalleBerufungenanderWienerGermanistik im Zeichen selbstverständlicher, d.h. auch konfliktfreier Traditionsbe-
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
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