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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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gung vonMännern und Frauen beiHabilitationsverfahren einsetzte, be- anspruchte dieUniversität Graz für sich einen Autonomiestatus, der die alleinige Auswahl des akademischen Personals durch die Universität – ungeachtet rechtlicher Vorgaben – mit einschloss. Dass Touaillons An- sinnen inWien 1921 schließlich Erfolg beschiedenwar, hing zum einen damitzusammen,dassmitderRomanistinEliseRichter1907bereitseiner FrauanderphilosophischenFakultätdieVeniaLegendi verliehenworden war, demnach keine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber der rechtlichenundpolitischenGleichstellungvonFrauenundMännernmehr eingenommenwerdenkonnte;zumanderenaberauchmitderBereitschaft Walther Brechts, Touaillons Habilitationsverfahren zu betreuen. Nicht zuletzt waren auch Touaillons Forschungsthema undTitel derHabilita- tionsschriftDer deutsche Frauenroman des 18. Jahrhunderts entscheidend. So war Literatur von Frauen innerhalb der Deutschen Philologie in Wechselwirkungmit der Professionalisierung des literarischen Feldes ab dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zunehmend marginalisiert worden.InderuniversitärenForschungwarenFrauenvorallemalsMusen, Geliebte und Briefpartnerinnen kanonisierter Autoren oder unter dem Prädikat ,weiblich‘ alsGruppe vonEigenschaften, die die ,Natürlichkeit‘ einer Entwicklung anzeigen sollte, präsent. Touaillons wissenschaftliche Spezialisierung bedeutete, dass sie sich nicht in den Kanon der ,bedeu- tenden‘ Forschungsthemen einschrieb und damit nichtmit ihrenmänn- lichenKollegeninKonkurrenztrat,waszeitgenössischalsdurchwegpositiv wahrgenommenwurdeundzu ihrerAkzeptanzalsPrivatdozentinbeitrug, ihr es gleichzeitig aber auch verunmöglicht hat, sich außerhalb dieses Nischenthemas zu profilieren. Die ambivalenteste Figur unter denWiener Privatdozentinnen war MarianneThalmann, die sich 1924mit derArbeitDerTrivialromanund derromantischeRomanebenfalls fürdasneuereFachhabilitierte.Thalmann markiertemit der Titelgebung ihrerHabilitationsschrift und der promi- nenten Setzung desBegriffs ,Trivialroman‘, den sie als Fachterminus ein- führte, ebenfalls die Behandlung eines Nischenthemas. Diese wissen- schaftliche Selbsteinordnung Thalmanns mag mit strategischen ÜberlegungenzurZulassungvonFrauenzurPrivatdozenturzutungehabt haben.Tatsächlichbeschäftigt sich ihrBuchnämlichmitder literarischen Romantik, die in den 1920er Jahren zur meistbehandelten Epoche in- nerhalb derGermanistik avancierte. Darüber hinaus schrieb sie sichmit ihrerStudieindiezeitgenössischvielbeachteteAuseinandersetzungumeine geistesgeschichtlich ausgerichtete Literaturwissenschaft ein, in der davon ausgegangen wurde, dass nicht nur der Inhalt, sondern vor allem die Resümee234
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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