Seite - 180 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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schaft aber unverwandten Blickes „ach dem Sterne der s'. Jung-
frau Maria emperschaui; am Ilfcr «igt sich ein mit Falmcn
und Wappenschilden gezierter fester Thurm. Oben sieben die
Worte: IntentaiN omnia lnortem. (Alles bcdrclu es mit dem
Tode.) — Die vierte Tarstellung enthält eine im Bogen ge-
krümmte und dadurch mit einem Lorbeerbäume verbundene Cu-
prcsse, unier deren Wölbung man die Werte licset: Nclur
loecunäizzilune, (man gebe es der Fruchtbarsten,) und Hu-
mcnäus, den Gott der Hochzeit, sieht, der eine brennende Fa-
ckel und einen Granatapfel hall. Heber den Bäumen schwebt
die österreichische Kaisertreue, am Fuße des Lerbeerbaumes wü-
thet ein Löwe. Tie Aufschrift heißt: .>uzni-.ro voz ^viol'2
coel« (ihr Gestirne am österreichischen Himmel.) ').
Am Ausgange des Schiffes N'ölbt sich die zierliche Kup-
pel über dem Schlüsse des Kreuzes. Auch sie ist durch erhabene
Stuccatur-Arbeit reich verziert. In der Trommel der Kup-
pel sind die Büsten der Kaiser aus dem liabsburgischen Hause
und unter jedem sein Name, ein Sinnbild und sein Wahl-
spruch angebracht. Unter K. Rudelph I. (crwähtt 1273—1291)
eine gewappnete Hand, einen Oclzweig und eine Keule hal-
tend und der Spruch: ^Itrui,, liliot (welches >.'on beiden be-
liebt!); unter K. Albrecht I. (129« — 130«) eine mit der
Lame bewaffnete Hand und die Werte: 'I'ullo muinz (ent-
ferne jeden Verzug); unterhalb K. Friedrichs III. (1314 —
1330) der untere Theil einer Herkules-Statue mit dem Metto:
ääkuo 3tr>t (sie steht nech); bei Albreckt II. (143«— 1439)
eine Waffen-Trephäe mit dem Spruche: I^'u^nln vicioii»
nescit (der Sieg kennt keine Flucht); nächst Friedrich >V.
(1440 — 1493) eine gewappnete und mit einem Schwcrtc
bewaffnete Hand über einem Buche, seitwärts zeigt sich eine
größere Vüchersammlung und eben der Wahlspruch: Hio »'»
ßit, ille wolul- (dieses leitet, jener beschüyi); unter Kaiser
Max I. (1493—15,19) ein Nad, auf dessen höchster Stelle
ein Reichsapfel ruht und das Mette: I'o5t tat ^izciimi»»
(nach so vielen Wechselfällen); Karl V. zunächst (1519 —
1558) die beiden durch die Kaiscrkrene verbundenen Hertulcs-
Säulcn, zwischen denen sich ein fliegender Adler <cigt, darüber
die Worte: riu» ulna (nech weiter hinaus); endlich unier
>) Um dem Vorwurfe zu l>i'qc,i„cn, u,ipass.'n0e Auslrücle qcbrauch» zu Ha-
ben, diene h,er zur Bericht,quua t>e Benierlunq^ d>>s, die Ausdrucke:
»2eNcrre,ch,schc Ko>!erkro,n,« «österreichische Kaiser« u, Lgl. m. ler
früher angeführte» VclchreilüMg «es Mausoleumz langetl's vom Jahre
«?3l entnommen sind.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918