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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Mann von seltener Tugend und großer Gelel'rs.nnteit, nach Grätz berufen. Diesem, als dem Abgeordnelen seines Ordens, überlief, er die Freiheit der Wakl des neuen Klosters. Da nun auf Befehl des Herzogs zur Elnc Gottes gerade einige Tage vorher (am 8. Aug. d. I. 1609) an dieser Stelle wie die Sage gellt, auf jener rollen Steinplatte, die jetzt vor der er- sten Altarstuse am Boden ;u sclien ist — mehr denn lü,0(w protestantische Bücher dem Feuer überliefert worden waren, so crkol'r Pater Laurcntius gerade diesen Platz ;»r künftigen Wohnstattc seiner Ordensbrüder. Schon am 10. desselben Monats, dein Tage des heil. Laurentius, wurde das Krein, das bekannte Zeichen dieses Ordens, am Fuße des Schloßbcr- ges errichtet, in Gegenwart des ganzen herzoglichen Hofstaa- tes von dem päpstlichen Gesandten und Bischof zu Zldria, Hicronumus Grafen von Porüa, der erste Grundstein n> dem neuen Kirchen- und Klostergebäudc gelegt, und der Bau so rasch gefördert, daß die Kirche bereits am 6. Oct. des I. 1602 von tcm Kirchen-Fürsten Martin Brenner, Bischof n> Seckau, dein glühendsten Feinde der neuen Lclirc, eingeweiht werden konnte. Das Kloster wurde ««gleich mit einer (5jsteine verse- hen, die ibres trefflichen Wassers wegen ,um Gebrauche des Hofes verschlossen gefallen wurde. Bald nach seiner Grün- dung wurde das Kloster der Zitz des Provinuals aller inner- österreichischen Klöster des Kapuziner-Ordens. Durch Kaiser Joseph II. wurde auch dieses Kloster aufgehoben und im I. 1788 ;u einer Anstalt für Geisteskranke verwendet. Die Kir- che bclnelt aber einen Benefn'iaten, welcher die Teclsorge in den benachbarten Wol'lttiaiigteits-Anstalten versicl't. Die Kirche ist von außen und im Innern clmc Bedeu- tung und nur wegen drei großer Altarblätter einiger Beachtung wertl). Pas Hauptaltarblatt und das Vild des improvisirten Seitenaltars sind von Petrus de Pomis, und in tuustgeschicht- lichcr Hinsicht als Beweise merkwürdig, wie weit man in jener Zeit der verfallenden Kunst, in unglücklicher Nachahmung der akademischen Stellungen Michael - Angelo Vuonarctti's , und in Nebertrcibung dessen, was in seinen gewaltigen Bildern sich noch gut, ja sogar bewunderungswürdig ausnimmt, von dem wahren Ziele schöner Darstellung abirren konnte. Schade, daß beide schon stark gelitten haben. Das erste« Bild, auch ob der darin ausgedrückten Idee merkwürdig, zeigt uns im äußersten Vcrgrunde eine Gruppe von Heiligen, unter denen man Nochus, Sebastian, diesen in
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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