Seite - 218 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 218 -
Text der Seite - 218 -
die Eingänge iu das Parterre, so wie auch die n> den Logen
führenden Stiegen einhält. Diese Hallo ist gan; geschlossen,
im Winter gcheitzt und mündet sich aus keiner Teile unmit-
telbar ins Freie aus, wodurch sie den Herausgehenden genüg-
same Gelegenheit zu allmähliger Abkühlung gewährt. Das
Haus bat nebst drei Logenreihcn (die Parterre-Logen mitgc-
rechnet) Sperrsitze im Parterre und ,wei Gallerten. Außer der
großen Hosloge enthält es 58 Logen, von dcncu zwölf die
Stande, die übrigen der Unternehmer vergeben; der Sperr-
sitze sind 92 und außerdem noch mehre gan; freigegebene Sitz-
bänke auf der Gallerie und im Parterre. Das gaine Theater,
in dein auch die Säle für die Maler liegen, kann mittelst vier
Meißner'scheu Oefen gel'eitzt werden, liegt ringsum frei, hat
sieben gewölbte Stiegen; für die Fahrenden besondere Aus-
gänge; ein eigenes von ihm durch eine ucmlich breite Gasse
gan; getrenntes Gerätheriaus (Nr. 39), worin die Zimmer
für teilweise Proben, das Deccrationen-Magazin :c. sich be-
finden; niedre Feuermauern, welche einzelne Theile von ein-
ander trennen, und eiserne wallen und Teuren an allen
icnen Orten, wo die Rücksicht auf Feuersicherheil sie m for-
dern schien.
In demselben Gebäude befinden sich auch die Lccalitälen
der Redoute, deren Hauplsaal im neuesten Geschmacke durch
Säulen veriiert, mit Spiegeln und Lustern verseheil, recht nied-
lich ausgemalt, mittelst Gallerien, Vorridcren, größeren und
kleineren Nebengemächern, die alle mit dem HaupNaale in
einer freien offenen Verbindung stellen, mit allen Bequemlich-
keiten aus das beste versehen uud >'o erweitert ist, daß er bei
1?—1K00 Menschen zugleich fassen kann. Odne alle Über-
treibung kann man daher von dem hiesigen Nedouiensaale sa-
gen, daß er ->u den schönsten der Monarchie gehöre.
Das t. k. Universitätö-Gcbäude (Nr. 3?) ist ein
zwar stattliches, aber architektonisch eben nicht bedeutendes Haus,
das äußerlich nur durch die beiden großen Wappenschilde des
Erzherzogs Ferdinand II. und seiner ersten Gattin», die eben
so wie seine Mutter eine baierischc Primessinn war, ausge-
zeichnet ist. Auf der Stätte des heutigen Universiiats-Gebäu-
des hatte einst Karls II. KanUer, Wolfgang v. Schräm, seilt
Haus. Als dieser seinem Herrn die Jesuiten, anfänglich nur
insgeheim, ,ugeführt und iener sie zur Ausrottung der neuen
Lehre tauglich und bereit gefunden hatte, wurde im I. 1573
t (siehe S. 8) der Grund zu diesem ^auc und zu dem daran-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918