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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seite - 394 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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»Wß-5"0 394 Aus diesen beispielsweise angeführten Preisen mag man den Stand der Wchlfcilhcit cdcr Theuerung erkennen. 8- ». Lebensweise. Die Lebensweise der Vcwchner von Grätz unterscheidet sich wenig von der anderer Städte. 5er Tisch ist auch bei wohl- habenderen Familie» einfach, die Zubereitung gut: meist vier Gerichte genügen >ur Sättigung. In der Walil feiner Essens- zeit lasil sich der Mittelstand weniger durch die Mode, als durch die Natur bestimmen; das frühstück wird daher in den Mor- genstunden, das Miltagsmal'l um i2 Ubr genommen, und Abende »>u 7 Hin- gespeist. Beamtete und Honoraiioren spei- sen größicntlieils nach 1 Uhr; der Adel um 2 oder .^ Uhr; nur einige wenige Familien haben eine noch spätere Speise- stunde gewählt. Zu Abend wird zwar in den meisten Fami- lien auch gegessen, doch bestell das Abendmal'l ausier Suppe nur noch aus einem, höchstens ;wci leichteren Berichten. T i^e in den Gasthäusern speisenden Männer nelnnen mm Abendmal'le nur selten mehr als eine Speise n> sich. — Das gewölmliche Getränke in den meisten Familie» bildet das Wasser; Abends wird viel melir Vier als Wein, ui Mittag sonst nur Wein, und dieser sehr mäßig getrunken. <5s wird nicht eben sehr viele Männer geben, die bei dieser Gelegeuheit mehr als an- derthalb Scitcl Wein trinken. Die stärkeren Weine der südli- cher» Landestheile, der Luttenbergcr insbesondere, werden von den Meisten mit Aengstlichkeit gemieden. — Im Allgemeinen liebt der Grätzer eine kärgliche Nal'rung so wenig, als der Wiener. Ueberl'aupt aber könnte man dem Grccher wo! nur mit Anrecht de» Vorwurf machen, das« er »u viel esse oter trinke; selbst das Dicnstgesinde der Stadt, welches auf dem Lande denn doch an eine derbere und sehr reichliche Nal'rung gewöhnt ist, kann mit diesem Vorwurfe nicht belegt werten. Nur die Sonn- und Feiertage mache» bei dieser und überliaupt bei den unteren Vclksclassen einr Ausnahme. Nach den Mü- hen und Anstrengungen der sechs Werktage überlasit sich diese gerne der Fröhlichkeit und in dieser einem reichlicheren Ge- nüsse von Speise und Getränke. An selchen, besonders aber an gewissen Festtagen, z. V. am Flcrianitage, am Peter und Paulötage u. dgl., und im Fasching ist es wcl nichts Selte- nes, Leuten zu begegnen, die des Guten zu uicl gcthan haben. — - —
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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