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schaft als Witglied eintreten Ul können, muß >nan '.'cn Adel
oder Officicr sein; durch spätere Beschlüsse ist auch den höbc-
rcn Beamten bürgerlichen Eiantes für ihre Person der Ein-
tritt in diese Gesellschaft gestattet worden. Dieses Casino bie-
tet den Mitgliedern und ihren Angehörigen gegen einen eben
nicht bedeutenden Veitrag Vergnügen mannigfaltiger Art in
Ballen, Gesellschaftsspielen, in der Leclüre von Zeitungen und
Zeitschriften, Kartenspiel u.- dgl. dar. — Die letztere (elfter
Sack Nr. 295), welche erst im I. 1840 ins Leben getreten
ist ' ) , bildet eine Vereinigung von Personen aus allen Clas-
sen der gebildeten Stände zum geselligen Vergnügen, bei wel-
cher jeder Beitretende eine mäßige Aufnahmsgebühr und einen
jährlichen Beitrag entrichtet. In den Kreis der gesellschaftlichen
Nnterhalttmg sind in diesem Vereine hineinbczogen werden:
Bälle, Gesellschaftszirkel mit und ohne Musik, alle anständigen
erlaubten Spiele und das Lesen von Zeitungen und Zeitschris-
ten. — Auch das Theater wird von den höderen Ständeclassen
und >.'om Mittelstande fteißig besucht, bietet aber auch in der
Negel der höheren Genüsse manche dar, da nur wenige Pro-
vinzialstädtc sich einer gleich gut bestellten Vühnc, auf der zu-
dem das ganze Jahr hindurch gespielt wird, wie Grätz, zu er-
freuen haben dürften.
Volksbelustigung«!!!.
Die Natur der Volksbelustigungen ist sel,r einfach. Diese
beschränken sich auf einen Spaziergang im Freien, den Ge-
nuß der schönen Natur uud den Besuch eines Gartens oder
Schankhauses, in dem Wein, Bier und Speisen geboten wer-
den; auf eine weitere Wanderung oder Fabrt zu einem Kirch-
weihfeste und auf die Tbeilnadmc an den nur an wenigen
Tagen im Jahre, uir Zeit der zwei Jahrmärkte gebotenen
gymnastischen Künste und Schauspielen der Kunstreiter. Ter
Besuch des Tbeaters gehört bei dem gemeinen Manne zu den
seltneren Ergötzlichkeiien, die er sich nur im Winter ein und
das andercmal gewahrt. Tie obersteierischen Volkelieder hört
man an öffentlichen Orten äußerst selten, so wie denn über-
haupt, eben kein erfreuliches Zeichen, der Gesang im Munde
des Volkes immer mehr und mehr verstummt. Tafür hört
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Iu l , !2:» wurdc ocr Landes - Gouverneur crmächügct, 5,esc Gesell' ;
Ichalt zu auihonsircn.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918