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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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414 Fremden durch Pöllerschüsse angekündigt und mit einer klei- nen Jause (Vesperbrot) und einem 3än;cken beschlossen wird. Der erste Mai wird, wenn die Witterung günstig ist, von dem Mittelstande, und fallt er an einen Sonntag, auch von den unteren Volksclasscn ebenfalls mit Lust gefeiert; dann ist das game Gebirge des linken Flußufers durch die bunte- sten Gruppen lustwandelnder Städter belebt, die schon in den frühcsteu Morgenstunden nach allen Richtungen in die schöne Landschaft hin,ius;iel,en und sich am Erwachen der jugendli- chen Natur erfreuen; dann erschallen die Töne der Musik ringsum im Gebirge, in den öffentlichen Gärten und ande- ren ^elustigungsorten; dann wenden von befreundeten Fami- lien gemeinschaftliche Ausflüge verabredet, oder es wird wenig- stens das Mittagsmal irgendwo im Freien uuier heiteren Scher- zen in Gesellschaft guter Freunde und Vckaunteu vermehrt. Auch die heiteren Sommerabende bringt der Gratzer gerne lm Freien bei Helle (siehe S. 252), auf dem Noscn- und Nuckerlberge, in Maria-Grün oder Eggenberg, oder wenig- stens in einem der vielen Vcrstadtgärten ;u. Zu den viel besuchten Polk^esten gehören auch schliesilich noch die mancherlei Kirchweilifeste, von denen bei den Umge- bungen wird gehandelt werden. (Siehe: Gösting, Maria-Grün, der Ulrichsbruuncn, der Florianiberg, St. Peter u. m. A.) 8. 5. Geistesbildung. Ungeachtet Gratz eine Univcrsitäts-Stadt und überhaupt ein Ort ist, welcher der Vildungsanstaltcn viele in sich schließt, so hat doch die Geistesbildung in ihm noch keinen hohen Aufschwung gewonnen. Kunst uud Wissenschaft sind noch im- mer nicht zu vorwaltenden Elementen des geselligen Lebens geworden. Ter Hang zu materiellen Genüssen und die Ge- wohnheit, dasjenige vorzugsweise im Auge zu behalten, was die Summe der materiellen Genüsse zu vermehren geeignet ist, haben noch immer in vielen Kreisen der Gesellschaft den Einfluß jener ,wci das Leben veredelnden und verschönernden Genien gehemmt, obgleich nicht geläugnet werden kann, daß selbst bei einer sehr großen Anzahl solcher Personen, denen die Pflege der Wissenschaften nicht durch ihr Amt zur Pflicht ge: macht ist, ein reges wissenschaftliches Streben sich deutlich offen- bare. — Der Mangel an Gelegenheiten, in denen durch fort- gesetztes Zusammensein ein regelmäßiger geistiger Verkehr un-
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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