Seite - 238 - in Guido Adlers Erbe - Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
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ISBN Print: 9783847107217 – ISBN E-Lib: 9783737007214
Literatur:ÖStA, AVA,MfCU, allgemeine Reihe, Aktenprotokoll 1901, Nr. 5016; Rudolf
Gönner:DieösterreichischeLehrerbildungvonderNormalschulebiszurPädagogischen
Akademie.Wien:ÖsterreichischerBundesverlag1967, S. 178–180.
1.7. PetitiondesoberösterreichischenCäcilien-Vereinszurmusikalischen
AusbildunganLehrerbildungsanstalten (fol. 26–33)
11.11.1901– [?]
DasMfCU ersuchtG. A. umGutachten über die Petition des oberösterreichi-
schenCäcilien-Vereins zurmusikalischenAusbildungder Schüler der Lehrer-
bildungsanstalten (MfCUZ.31.232)–Wien11.11.1901.
G.A.bewertetdiePetitionprinzipiellpositivundmachtdarüberhinausweitere
Verbesserungsvorschläge für den Lehrplan der Lehrerbildungsanstalten – un-
datiert [handschriftlichesKonzept].
NotizenzumGutachten.
DerCäcilianismuswar einehistorisierendkirchenmusikalischeReformbewegung
des19. Jahrhunderts.ErforderteeineRückbesinnungaufdieanGiovanniPierluigi
daPalestrina (1525/26–1594)orientierte liturgischeA-cappella-Musikund lehnte
die zeitgenössische säkularisierte Kirchenmusik ab. 1868wurde der „Allgemeine
Cäcilien-Verband für die Länder deutscher Sprache“ (ACV) gegründet. InÖster-
reich entstanden ebenfalls Cäcilienvereine; allerdings stießen die Ziele des ACV
hier teilweise aufWiderstand, da viele Diözesen dessen Ablehnung derWiener
Klassik und der Instrumentalbegleitung der Messe nicht teilten. Der 1871 ge-
gründete „Österreichische Cäcilien-Verein“ stellte wegenUneinigkeitenmit dem
ACVbereits ein Jahr später seineArbeit ein. 1875wurdeder „Oberösterreichische
Cäcilienverein“(OÖCV),derkeine formelleBindungandenACVhatte, insLeben
gerufen.DerOÖCVfordertewiederholtÄnderungeninderLehrerausbildungund
erreichtez.B.1878dieWiedereinführungdes1868aufgehobenenOrgelunterrichts
indenLehrerbildungsanstalten.
Am 17.Oktober 1901 leitete der Landesschulrat für Salzburg ein Gesuch der
Cäcilienvereine mehrerer Diözesen an das MfCU weiter; darin wurde eine
gründlichere Ausbildung der Lehrer in Orgelspiel und gregorianischemChoral
gefordert.DerLandesschulrat lehnte dieseVorschlägeab, dadafür ein erhöhter
Unterrichtsaufwand notwendig wäre; es wurden lediglich zwei kleine Ergän-
zungendes Lehrplans inBezug aufChorgesang befürwortet. Der Entscheid des
Ministeriums ist nichtüberliefert.
Literatur:ÖStA, AVA, MfCU, allgemeine Reihe, Z. 31.232/1901–17 D2 Lehrplan; ebd.,
Aktenprotokoll 1901,Nr. 31.232;Lexikon fürTheologieundKirche.Hg. von JosefHofer
undKarlRahner.2., neubearb.Auflage,10Bde.und1Reg.bd.Freiburg i.Breisgau,Wien
u.a.:Herder1957–1967,hierBd.2,1958;ÖsterreichischesMusiklexikon(oeml).Hg.von
Rudolf Flotzinger. 5Bde. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissen-
UlrikeDenk/ThomasMaisel238
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Guido Adlers Erbe
Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
- Titel
- Guido Adlers Erbe
- Untertitel
- Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
- Herausgeber
- Stefan Alker-Windbichler
- Murray Hall
- Markus Stumpf
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-0721-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 316
- Schlagwörter
- Political Science, National Socialism, Nazi-looted, musical life, provenance research, Nationalsozialismus, NS-Raub, Musikleben
- Kategorie
- Kunst und Kultur