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Handwörterbuch der Philosophie
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236 eyvco ndvxcov xgaxeX, ndvxa Simplicius, Aristot. Phys. 33; vgl. Arleth, Archiv für Geschichte der Philos. VIII). — Als obersten Teil der Seele betrachtet den die Denkkraft PLATON IV, 435) und nach ARISTOTELES ist er die Kraft der menschlichen Seele, das Denkprinzip derselben vovv xal r) De anima III 4, 429 a 23). Er ist nicht mit dem Leibe vermengt, ist einfach, stetig, leidlos, rein, vom Leibe trennbar xal xal 1. c. III 5, 430 a 17), unvergänglich, göttlich er stammt „von außen" und ist allein unsterblich (s. d.). Vgl. F. BRENTANO, Lehre vom Ursprung des Geistes, 1911. — Während die Stoiker die Einheit von Geist (s. und Stoff lehren, betrachtet PLOTIN den G. wieder als etwas Der „Geist"' (vovg) ist eine allgemeine Emanation (s. d.) aus dem göttlichen „Einen"; indem er dieses denkt, ist er, und sein Sein besteht im Denken, in der Gesamtheit der „Ideen" (s. d.). Die „Anderheit", der satz von Denken und Gedachtem ist ihm eigen. Aus ihm geht dann die Welt- seele (s. d.) hervor, und in der Seele (s. d.) selbst ist der vovg die oberste (Enneaden IV, 1; 5; 8; II, 9, 2). Im Mittelalter wird unter Geist (spiritus) meist eine immaterielle, nünftige und wollende Substanz verstanden, ferner (mens) die höchste, Abstrakte, Allgemeine erfassende Denkkraft (vgl. Intellekt; nach THOMAS der G., „mens", „ipse intellectus examinans res"; „mens in anima nostra quod est altissimum in virtute ipsius"). In schroffster Weise stellt DESCARTES G. und Körper einander (s. Dualismus, Seele). Der Geist ist eine einfache, unausgedehnte, denkende Substanz. SPINOZA hingegen faßt Geist und Körper als Daseinsweisen der einen Substanz auf Identitätstheorie). Der Spiritualist LEIBNIZ betrachtet Körper als Erscheinung geistiger „Monaden" (s. d.), unter denen aber nur eigentlichen „Geister" Denken und Selbstbewußtsein haben. Nach BERKELEY existieren an sich nur Geister, denkend-wollende Substanzen (Princ. of knowledge, XXVII; vgl. Objekt, Idealismus). Hingegen führen die das Geistige auf etwas Physisches zurück. Nach KANT endlich liegt dem Geiste wie dem Körper ein unerkennbares „Ding an sich" zugrunde. Er betont, daß uns die Seele nicht als ein Geist, d. h. als ein immaterielles, faches Wesen gegeben ist, daß wir über ihre Geistigkeit in diesem Sinne nichts ausmachen können (gegen den Spiritualismus, auch gegen SWEDENBORG, nach welchem ein Reich von Geistern existiert, die miteinander in stehen, Theol. Schriften, 1904; KANT, Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik, 1766). „Meinen, daß es reine, ohne denkende Geister im materiellen Universum gebe, heißt dichten, und ist keine Sache der Meinung, sondern eine bloße Idee, welche übrig bleibt, man von einem denkenden Wesen alles Materielle wegnimmt und ihm das Denken übrig läßt" (Krit. d. Urteilskraft, S. vgl. H. Dreyer, Der Begriff Geist in der deutschen Philos. von Kant bis Hegel, 1908). Im engeren Sinne versteht Kant unter „Geist" das „durch belebende Prinzip Gemütes" (Anthropol. I, § 69 ß; Krit. d. Urteilskraft, § 49). „Geisteskräfte sind diejenigen, deren Ausübung nur durch die Vernunft möglich ist" Anfangsgründe der Tugendlehre, 1797, S. 111). HERBART nennt G. die „sofern sie vorstellt" (Lehrbuch zur Psychol.8, 1850, S. 29) und auch sonst
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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